Mehr Wildunfälle nach Zeitumstellung
Salzgitter Der Kreisjägermeister sagt: „Die Tiere sind in der Dämmerung aktiv.“ Die Polizei rät: „In der Nähe von Wald und Acker langsamer fahren.“
In der Nacht zu Sonntag wurden die Uhren auf Winterzeit umgestellt. Damit erhöht sich das Risiko für Wildunfälle. „Die Tiere kennen keine Zeitumstellung. Sie haben ihren Lebensrhythmus, sind meist in der Dämmerung aktiv“, sagt Kreisjägermeister Kai-Uwe Lenius. Und in die Dämmerung fällt nach der Zeitumstellung nun auch der Berufsverkehr. 214 Unfälle – hauptsächlich mit Rehen oder Wildschweinen – sind in diesem Jahr bisher von der Polizei aufgenommen worden. „2011 waren es bis Oktober 202 Unfälle, bis Jahresende 253“, sagt Polizeisprecher Björn Hirsch. Er rät Autofahrern, in der Nähe von bewaldeten Gebieten oder Ackerflächen langsamer und aufmerksamer zu fahren und auf die Beschilderungen zu achten. „Dort, wo Wildwechselschilder aufgestellt sind, wurden auch Gefahrenstellen ausgemacht“, sagt er.
Was ist im Herbst und Winter anders? „Im Sommer wird es um 4 Uhr hell. Da fährt die Masse noch nicht zur Arbeit“, sagt Kreisjägermeister Lenius. Doch nun kreuzten sich die Lebensräume von Mensch und Tier verstärkt. „Zurzeit ist das Reh- und Schwarzwild meist in Familienverbänden unterwegs“, sagt Lenius. Das habe folgenden Grund: „Es gibt weniger Vegetation, weniger Rückzugsgebiete, weniger Deckung. Da sehen mehr Augen mehr.“ Das heiße aber auch: „Läuft zum Beispiel ein Reh über die Straße, muss man damit rechnen, dass weitere zeitverzögert folgen.“
Was muss ein Autofahrer tun, wenn ihm ein Tier vors Auto läuft? „Abblenden, hupen, bremsen“, bringt es Lenius auf den Punkt. „Abblenden vor allem deshalb, weil die Tiere nichts sehen, wenn das Scheinwerferlicht sie blendet und sie sonst möglicherweise in einer Schockstarre verharren.“ Kommt es dennoch zu einem Unfall müsse die Polizei schon aus versicherungstechnischen Gründen angerufen werden. Sie habe aber auch Ansprechpartner bei den Jägern, die das verletzte oder tote Tier wegholen. „Oft ziehen sich die Tiere nach dem Unfall noch schwer verletzt zurück“, erklärt der Experte. „Dann gilt es, sie schnell zu finden und zu erlösen.“
