„Mehr Ruhe in der Entwicklungszeit“
Salzgitter Der Leiter der IGS Salzgitter sieht nach der Absage an eine zweite Gesamtschule auch Chancen für seine Schule.
Der Stadtelternrat bedauert, dass es in Salzgitter keine zweite Gesamtschule geben wird. Das teilte Vorsitzende Doris Holletzek auf Anfrage unserer Zeitung mit. Nur 46,7 Prozent der befragten Erziehungsberechtigten hatten sich – wie berichtet – bei einer Elternbefragung dafür ausgesprochen, ihr Kind auf eine Gesamtschule zu schicken. Zu wenig, um die erforderlichen 270 Schüler je Jahrgang zusammenzubekommen. 4074 Fragebögen waren ausgegeben worden, ausgefüllt wurden davon 50,4 Prozent.
Ebenso wie einige Ratsfraktionen moniert auch Holletzek das Verfahren der Elternbefragung. Der Fragebogen sei zwar klar und deutlich formuliert gewesen, das dazugehörige Anschreiben aber nicht, sagt sie. Da habe es auch nicht geholfen, dass die Informationen zur IGS in verschiedenen Sprachen gegeben worden seien. „Wer mit derlei Papieren nicht täglich arbeitet, versteht sie nicht“, urteilt Holletzek und ergänzt: „Außerdem hätten die Info-Veranstaltungen bei den betroffenen Eltern, also an den Grundschulen stattfinden sollen.“
Andreas Mainz, Leiter von Salzgitters erster Gesamtschule, versteht die Kritik an der Elternbefragung nicht: „Die Fragebögen waren einfach und verständlich, und noch dazu gab es ein ausreichendes Angebot an Sprachen“, sagt der Amselstieg-Schulleiter. Er betont: „Wären die Anmeldezahlen höher, wäre ich für eine zweite IGS.“ Doch nun sei der Elternwille zu respektieren. Das gebe auch seiner Schule „mehr Ruhe in der Entwicklungszeit“.



