Keine falsche Tierliebe – Igel sind Natur-Profis
Salzgitter Sie sind wieder unterwegs, um sich auf den Winter vorzubereiten – die Igel. Wie sie den Tieren am besten helfen, darüber informieren Tierschützer.
Nachtfrost, Frühnebel und niedrige Tagestemperaturen. Die Herbstzeit hat Einzug gehalten und auch die Igel bereiten sich auf die bevorstehende Winterzeit vor. Tagsüber halten sich die stacheligen Tiere überwiegend versteckt. Erst in der Dämmerung machen sie sich in der Regel auf die Suche nach Nahrung.
„Wer als Gartenbesitzer mehr für die Igel tun möchte, kann das im Herbst anfallende Laub in den Anlagen und auf Beeten liegenlassen“, teilt der Deutsche Tierschutzbund mit. Denn darin könnte der Igel viele Insekten finden, die das Laub als Winterquartier nutzten. Aus diesem Grunde sollten aber auch Gartengeräte nur vorsichtig eingesetzte werden. Eine besondere Gefahr stellten inzwischen Laubsauger dar. „Kleinere Igel können eingesaugt und getötet werden“, so der Tierschutzbund.
Die Tierschützer warnen auch vor falsch verstandener Tierliebe. „Viele Tierfreunde sorgen sich um die scheinbar hilflosen Tiere“, heißt es in einer Mitteilung. Treffe man im Herbst auf einen Igel sollte man diesen erst einmal nur beobachten. Wirklich hilfsbedürftige Tiere seien daran zu erkennen, dass sie auch tagsüber auf Nahrungssuche seien. Darüber hinaus aber auch abgemagert erschienen und sich apathisch verhielten. Das bestätigt auch Walter Wimmer, Regionalgeschäftsführer des Naturschutz Bundes (Nabu): „Gerade wenn die Tiere noch Nahrung finden müssen, um sich eine Fettschicht an zulegen, sind sie auch tagsüber unterwegs.“ Igel seien wahre Outdoor-Profis und seien grundsätzlich nicht auf die Hilfe des Menschen angewiesen.
Der Tierschutzbund verweist auf die Tierheime. Hier könnte man Hilfestellung erhalten. Tierheimleiterin Sonja Nagler sagt: „Wir versuchen mit Rat und Tat zu helfen.“ Doch um die Tiere aufnehmen zu können, fehle der Platz.
Wimmer rät grundsätzlich davon ab, Igel aufzunehmen. „Manchmal gehört es zur Natur, dass schwache und kranke Tiere den Winter nicht überleben“, sagt er. Wer wirklich helfen möchte, sollte einen reichhaltigen Lebensraum vorhalten.
Die Stadt Salzgitter hat auf ihrer Internetseite in Zusammenarbeit mit dem Nabu eine Igel-Broschüre veröffentlicht, die allgemeine Informationen bereithält. Den Link finden Sie hier: Igel-Broschüre
