Jürgen Steinmeyer schnitzt sich Macker und Tussi
Salzgitter-Bad Sein Hobby pflegt der 64-Jährige aus Salzgitter-Bad fast täglich, inzwischen hat er gar drei seiner Enkelkinder angesteckt.
Keine Splitter, keine Kanten, glatt geschmirgelt, handfest. Solide soll es sein, rundum heil. Brüchiges und Gesplittertes aus Holz und Stein bearbeitet Jürgen Steinmeyer zu kleinen Kunstwerken.
Die Enkel bevorzugen Kalkstein. Aber wie ihr Opa lassen Pascal (13), Ian (9) und Emily (8) ihrer Fantasie freien Lauf. „Alles andere wäre für die Kinder auch zu hart. Granit ginge zum Beispiel gar nicht. Dafür wäre Diamantwerkzeug nötig“, sagt der Hobbykünstler.
Jürgen Steinmeyer unterstützt die kreativen Enkel wo und wann er nur kann. „Es ist allemal besser, die Kinder kurbeln ihre Fantasie auf diese Weise an, als dass sie stundenlang vor irgendwelchen Daddelkisten sitzen.“ Sind die Enkel zu Besuch, werden die vor dem Haus gesammelten Kalksteine gekratzt, gerieben, mit Hämmerchen beschlagen oder mit Sandpapier gescheuert. Heraus kommen stets witzige Gesichter mit dicken Lippen und großen Ohren oder Tiere mit runden Konturen, von der Maus bis zum Dinosaurier.
Der frühere Kaufmann, seit einem Jahr im Ruhestand, kann die Stunden, die er an seiner Garagen-Werkbank verbracht hat, kaum zählen. „Im Sommer sind es pro Woche wohl um die 40“, mutmaßt Jürgen Steinmeyer. Der 64-Jährige nutzt für seine Arbeiten keine Kettensägen, in seiner Garage kommen zum Feilen und Schnitzen nur Hohl-, Stech- und Flachbeitel, Spachtel oder umgebaute Küchenmesser zum Einsatz. Steinmeyers Heimarbeit gleicht einem Kunsthandwerk. „Ich mache es aber zum Spaß, nicht um Geld zu verdienen“, betont er. Überall in der Neubauwohnung begegnen den Besucher Figuren aus Holz, hier und da auch aus Stein oder Ton. Zum Beispiel „Tussi“ und „Macker“, zwei Pappelholzfiguren, die aus dem Fenster auf die Straße blicken.
