Immer im Einsatz für Kinderrechte
Lebenstedt Ortsverband des Kinderschutzbundes feiert sein 25-jähriges Bestehen – Lesung mit Fadi Saad am 19. November
Kinder werden misshandelt oder vernachlässigt. Sie leiden unter Armut oder stören die Nachbarn. Kinder haben es nicht immer leicht. Kurzum, sie brauchen eine Lobby. In Salzgitter widmet sich der Kinderschutzbund dieser Aufgabe – und das bereits seit 25 Jahren.
Ein Fall schwerer Kindesmisshandlung habe seinerzeit den Anstoß zur Gründung des Ortsverbands gegeben. Damals habe es außer Polizei und Jugendamt keine Anlaufstelle für Hilfesuchende gegeben, berichtet Helmut Metze. Der ehemalige Chefarzt der Kinderklinik übernahm den Vereinsvorsitz des Kinderschutzbundes Salzgitter 2004, ein Jahr nach seiner Pensionierung.
Das Aktivitätsspektrum des Kinderschutzbundes habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Gleichgeblieben aber ist die Basis, der kontinuierliche Einsatz für Kinderrechte. Das Recht auf Zuwendung, Erziehung, Unversehrtheit und Bildung.
15 Aktive teilen sich gegenwärtig die Arbeit im Ortsverband, unter anderem die telefonische Beratung.
Die Sprechstunde im Büro an der Albert-Schweitzer-Straße, früher ein Kerngeschäft, werde heute kaum noch genutzt. Als Renner habe sich dagegen die Kleiderkammer entpuppt. Metze: „Wir haben auch Stimmrecht im Jugendhilfeausschuss des Rates, beteiligen uns an verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, unter anderem am Arbeitskreis gegen häusliche Gewalt, und kooperieren mit Beratungsstellen.“
Der Verein schaltet sich mit dem Kursus „Starke Eltern, starke Kinder“ auch aktiv in die Erziehungsarbeit ein. Drei Mitarbeiterinnen werden zurzeit in Zusammenarbeit mit der Hospizinitiative für die Kindertrauerarbeit ausgebildet.
Der Gedenkstein für Totgeburten auf dem Lebenstedter Friedhof geht zurück auf das Wirken des Kinderschutzbundes. Ebenso die Aktion „Gelbe Hand“, die Kindern einen sicheren Schulweg ermöglichen soll, und die Ausgabe von Sicherheitswesten an alle Kindergärten des Stadtgebiets.
In diesem Jahr lädt der Kinderschutzbund bereits zum vierten Mal rund 900 Vier- bis Sechsjährige zu einem Puppenspiel ein. „Das machen wir, um auch den Kindern die Chance auf ein Theatererlebnis zu ermöglichen, deren Eltern sich sonst keine Eintrittskarten leisten können oder wollen“, sagt Metze.
Kultur verschenkt der Kinderschutzbund auch anlässlich seines Jubiläums – allerdings an Jugendliche. Gemeinsam mit dem Weißen Ring, der kürzlich seinen 30. Geburtstag feierte, engagierte er den Autoren Fadi Saad. Das ehemalige Gangmitglied arbeitet heute als Quartiersmanager in Berlin-Moabit.
An zwei Salzgitteraner Schulen liest Saad aus seinem 2009 mit dem Deutschen Förderpreis für Kriminalprävention ausgezeichneten Buch „Der große Bruder von Neukölln“. Zudem wird es am Montag, 19. November, eine öffentliche Lesung geben. Beginn ist um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Lebenstedt.

