Gemeinschaft beider Musikvereine soll vollen Klang wahren
Heere/Sehlde Was haben die Musikvereine in Sehlde und Heere mit den „Zehn kleinen Negerlein“, gemeinsam? In allen drei Gruppen schrumpft die Zahl der Aktiven.
Um dieser Entwicklung zu trotzen, haben sich die Musikvereine beide Orte zu einer Spielgemeinschaft zusammengeschlossen.
„Spielgemeinschaft hört sich leider ziemlich nach Fußball an“, sagt Lothar Rath mit leicht verkniffenem Gesicht. Der Vorsitzende des Musikvereins Heere, den er bereits seit 27 Jahren leitet, hat am Sonntag das erste Konzert beider Musikvereine in der Sehlder Sporthalle dirigiert.
„Wir hatten 80 zahlende Zuhörer. Keiner hat sein Kommen bereut“, freut sich Mario Habekost. Der 44-Jährige ist seit zwei Jahrzehnten Vereinschef des Sehlder Musikzuges und hatte ebenfalls nur noch ein gutes Dutzend Musikanten unter sich.
Gut 20 Hornisten, Trompeter, Klarinettisten und Schlagzeuger spielten am Sonntag in der Sehlder Sporthalle und sorgten für ein ungewohnt volles Klangbild. „Das Blaskonzert hat wohl jedem Gast gefallen. Der Beifall war riesig“, freut sich Habekost, während Rath ergänzt: „Zwischen Weihnachten und Silvester, oder gleich zu Beginn des neuen Jahres wollen wir erneut auftreten. Diesmal werden wir in der Heerer Kirche spielen.“ Es gelte einzig nicht eine Überschneidung mit dem Termin des Krippenspiels zu vermeiden
Lothar Rath stößt für viele Vereine in sein Flügelhorn
Seit Jahresbeginn bilden beide Musikvereine eine Spielgemeinschaft. „Unsere Vereine bestehen jedoch weiter. Wir haben zwar viele fördernde Mitglieder, aber die wenigen Aktiven zwangen uns zur Kooperation“, sagt Rath. Der 59-Jährige greift obendrein auch noch für Musikvereine in Bockenem und Laatzen zu seinem Flügelhorn. Der zweite Vorsitzende des Sehlder Musikvereins, Hans-Werner Gent, spielte bislang obendrein stets bei Auftritten der Heerer mit.
Das gegenseitige Aushelfen hat also Tradition. Ständchen für Geburtstagskinder oder Jubelpaare würden auch kleine Aufgebote spielen können, versichert Habekost, dessen Instrument die Tuba ist. Allerdings bei Kranzniederlegungen müssten beispielsweise mehrere Musiker aufspielen, wenn die Lieder nicht vom Wind verweht werden sollen.
Beim Sehlder Konzert trat die Spielgemeinschaft einheitlich im weißen Hemd mit schwarzer Hose an. Demnächst sollen für alle Mitglieder einheitliche Piquehemden oder Sweatshirts angeschafft und mit der Aufschrift „Spielgemeinschaft Sehlde/Heere beflockt werden, wünscht sich Habekost. „Oder anders herum SG Heere/Sehlde“, flachst Rath.
Vorsitzende traten bereits als Jugendliche in Vereine eine
Das Vorstandsduo trat seinen Vereinen bereits früh im Alter von lediglich 13 bis 16 Jahren bei und hielt seither treu zum Notenständer. Sollten allerdings die nach und nach aus Altersgründen ausscheidenden Mitglieder langfristig nicht durch Neueinsteiger ersetzt werden können, würde selbst die Spielgemeinschaft die 1920 (Sehlde) und 1966 (Heere) gegründeten Vereine nicht dauerhaft am Leben erhalten.
Um diesen Abschied auf Raten zu verhindern, suchen beide Vereine Mitspieler, egal mit welcher Erfahrung. Interessenten können sich melden unter den Telefonnummern bei Lothar Rath unter (0 53 45) 872 und bei Mario Habekost unter (0 53 41) 33 83 13.
