„Frei lebende Katzen müssen kastriert werden“
Salzgitter Der Tierarzt des Tierschutzvereins Salzgitter schlägt Alarm. Er sieht bei einer hohen Katzenpopulation eine Infektionsgefahr für Mensch und Haustier.
Der Tierschutzverein Salzgitter und sein Tierarzt Dr. Thomas Laube schlagen Alarm: Die Kastration frei lebender Katzen sei dringend erforderlich, sagen sie. Damit reagieren sie auf die Aussage der Stadt, die Einführung einer Kastrationspflicht für wild lebende Katzen sei nicht nötig, Salzgitter habe kein Katzenproblem (wir berichteten).
„Wir haben zirka 1000 frei lebende Katzen in Salzgitter“, sagt der Tierarzt. „Die Katzen sind mit sieben Monaten bereits geschlechtsreif. Sie haben zwei bis drei Würfe pro Jahr mit maximal sieben Welpen je Wurf.“ Im Schnitt sei mit 10 bis 20 Welpen je Katze im Jahr zu rechnen.
„Wie schnell sich die frei lebenden Katzen vermehren, wenn sie nicht kastriert sind, können Sie hochrechnen“, sagt der Tierarzt und ergänzt kopfschüttelnd: „Ich verstehe nicht, dass die Stadt sagt, wir haben kein Problem mit frei lebenden Katzen. Will sie erst warten, bis ein richtiges entstanden ist?“ Denn es sei einfacher und kostengünstiger, jetzt 1000 Katzen zu kastrieren, anstatt in wenigen Jahren 10 000.
Laube verweist auch auf die Gefahren für Mensch und Haustier, die mit einer hohen Katzenpopulation einhergehen. Parasiten, Pilze, Calici-Viren (Katzenschnupfen) oder FIV, das sogenannte Katzenaids, könnten sich auch Hauskatzen, die draußen herumlaufen, einfangen. Zudem würden frei lebende Katzen auch ihre Exkremente in Sandkästen hinterlassen. „Viele der Katzen sind Dauerausscheider von Calici-Viren“, sagt der Tierarzt.
Er ist sich sicher: Mit einer Kastrationspflicht frei laufender Katzen könnten diese Probleme behoben werden. Einhergehen müsse dies allerdings auch mit einer Markierungspflicht aller Freigänger, damit unterschieden werden könne, ob es sich um eine frei lebende Katze oder nur um einen frei laufenden Stubentiger handele, sagen Laube und Tierschutzvereinsvorsitzender Klaus Metje.
Lesen Sie mehr zum Thema in der Salzgitter-Zeitung am Mittwoch.


