Fahrstuhl für Autos faszinierte Politiker
Lebenstedt Premiere im Stadtplanungs- und Bauausschuss: Erstmals informierte die Verwaltung die Politiker über ein privates Bauprojekt eines Investors.
Premiere beim Stadtplanungs- und Bauausschuss: Obwohl mit Helmut de Jong ein privater Investor das neue Einkaufszentrum am Monumentplatz in Lebenstedt verwirklicht, informierte die Verwaltung die Politiker am Mittwoch über Details des Großprojekts für Kosten von mindestens 20 Millionen Euro. Doch auch die Sanierung der Zingelstraße in Heerte wurde zum gewichtigen Thema.
Neun Themen beschäftigten den Ausschuss, doch kaum ein Tagesordnungspunkt interessiert spürbar mehr als detaillierte Einblicke in die Planung von Frank Guder. Dessen Salzgitteraner Architekturbüro „architecten gjh“ ist zuständig für den bereits im Dezember vorgesehenen Umbau des Gebäudes am Monumentplatz, in denen Ladenflächen von bis zu 500 Quadratmetern entstehen sollen – Zusagen namhafter Mode-Ketten liegen laut de Jong bereits vor. In einem weiteren Abschnitt sollen die Gebäude rund um das Elka-Kaufhaus abgerissen werden (SZ berichtete).
Bernd Waldmann, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, Umwelt, Bauordnung und Denkmalschutz, der das Projekt seitens der Kommune betreut, stellte das Parkdeck vor, das beim Gebäudeumbau auf dem Dach des ersten Obergeschosses entstehen soll.
Autofahrer erhalten Zugang über einen Fahrstuhl. Allerdings seien dies keine Parkplätze für Kunden, sondern nur für Bewohner und Geschäftsmitarbeiter. Baudezernent Michael Tacke betonte, das Großprojekt lasse positive Signale erwarten zur Steigerung der Attraktivität in der Innenstadt.
Zingelstraße wird saniert
Den geplanten Ausbau der maroden Zingelstraße für rund 800 000 Euro (SZ berichtete) behandelte der Ausschuss zwar, gab aber keine Empfehlung ab. Torsten Fleige-Lütgering, Fachdienstleiter für Tiefbau und Verkehr, betonte, dass die Verlegung des Regen- und Schmutzwasserkanals von der Westseite um bis zu drei Meter nach Osten auf die Straßenmitte unabdingbar sei.
Grund: Derzeit verlaufen über dem Kanal die Leitungen für Gas, Wasser und Strom. Die Folge: Die Anwohner an der Westseite müssen nicht nur Anliegerbeiträge für die neuen Hausanschlüsse, sondern auch die nötigen Verlängerungen bezahlen. Fleige-Lütgering sprach von „relativ niedrigen Beiträgen“ in Höhe von 1,85 Euro je Quadratmeter Beitragsfläche. Die Ermäßigung ergebe sich unter anderem dadurch, dass Zuschüsse aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes zu erwarten seien. Betroffen sich nach Angaben der Stadt 40 Anlieger.
Veränderte gesetzliche Vorschriften über das Glückspiel haben die Verwaltung veranlasst, den Mindestabstand von 100 Metern zwischen Spielhallen und Nachbargebäuden zu überprüfen. Derzeit gibt es an 31 Standorten 52 Hallen, darunter in Salzgitter-Bad 15, in Gebhardshagen 2, in Lebenstedt 31, in Thiede 4. 46 Einrichtungen genießen fünfjährigen Bestandsschutz, bei fünf weiteren erlöscht laut Verwaltung Mitte 2013 die Genehmigung.
Die Stadt geht davon aus, dass aufgrund des Verbots von Mehrfachkonzessionen Mitte 2007 nur noch 20 Hallen an 20 Standorten betrieben werden können. Der Ausschuss stimmte dem Antrag der Mehrheitskoalition zu, den Mindestabstand auf 500 Meter festzulegen.
Steterburg wird gefördert
Einstimmig gebilligt haben die Politiker die Anregung des Ortsrates der Ortschaft Nordost, Steterburg in Städtebauförderprogramme aufzunehmen. Dazu soll die Verwaltung vorbereitende Untersuchungen veranlassen und Haushaltsmittel in Höhe von 100 000 Euro für 2013 berücksichtigen.
Einmütige Zustimmung erhielt der Antrag der rot-grünen Mehrheitskoalition, an den Bahnhöfen in Ringelheim, Salzgitter-Bad und Lebenstedt abschließbare Fahrradboxen für je 20 Drahtesel anzuschaffen und aufzustellen. Erwartet werden Zuschüsse über 75 Prozent der Kosten nach dem Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz.
