Erinnerungen – Immer wieder sonntags rollte die Kegelkugel
Salzgitter-Bad Mehr als 60 Jahre kegelten die Mitglieder des Oha-Clubs. Die SZ erklärt, wie die Kegler auf diesen Namen kamen.
Hätte ein gewisser Herr Hascher vor vielen, vielen Jahren beim Kegeln keine „Acht ums Vordereck“ geworfen – eine Konstellation, bei der der vorderste Kegel stehenbleibt, aber alle dahinterliegenden umfallen – dann hätte der Klub vielleicht nie einen Namen erhalten.
So aber standen die anderen Kegel-Freunde voller Erstaunen an der Bahn, blickten den taumelnden Kegeln beim Fallen zu und murmelten ein „Oh, Hascher!“ – und schon war ein Name gefunden: Man nannte sich fortan „Oha“-Club.
Seit etwas mehr als 60 Jahren haben die Mitglieder des Kegelklubs regelmäßig die Kugel ins Rollen gebracht. Bis vor einem Jahr traf man sich immer am ersten Sonntag im Monat um 9 Uhr in der Früh.
Die ungewöhnliche Zeit hat historische Gründe: Die Gründungsmitglieder des Clubs arbeiteten alle bei der ehemaligen Salzgitter Maschinen Aktiengesellschaft (SMAG) in Salzgitter-Bad. „Dort wurde früher auch sonnabends gearbeitet, da blieb nur der Sonntag“, erzählt Hans-Jürgen Großmann, der seit 16 Jahren mit dabei ist.
Seit gut einem Jahr haben sich die „Oha“-Mitglieder dann aber immer an einem Donnerstag zum Kegeln verabredet, das passte doch besser. Für nächste Woche ist wieder ein Treffen angesetzt: Es wird das letzte sein, der „Oha“-Club löst sich auf.
„Wir sind nur noch sieben Mann, alles ältere Herren“, erzählt Großmann. Zwar habe man sich auf Nachwuchs-Suche begeben – aber leider ohne Erfolg. „Es hat keiner mehr Interesse“, berichtet der 78-Jährige. In den besten Zeiten des Klubs trafen sich bis zu 15 Mitglieder, um beim Sonntagsfrühstück bloß keine ruhige Kugel zu schieben. Die sind dann durchaus mal gemeinsam in kleine Kurzurlaube gefahren oder haben sich auf Tagesausflügen ein paar Städte angesehen.
Zum letzten Kegeln sei nichts Besonderes geplant, sagt Großmann. „Wir haben ein paar Tage später den offiziellen Abschluss im Ratskeller.“ Und damit geht die Geschichte des „Oha“-Klubs nach mehr als 60 Jahren zu Ende. Und wer weiß: Vielleicht schafft ja einer der Herren als krönenden Abschluss noch einmal die „Acht ums Vordereck“?
Einen Ausbildungsberuf, der sich rund ums Büro dreht, den wählen viele für sich aus. Aber das, was Tobias Mainka in den vergangenen Jahren gelernt hat, machen die wenigsten: Der junge Mann aus Steinlah ist nämlich Landwirt geworden. Drei Jahre hat er fleißig geackert und zum Beispiel gelernt, was wann und wie und wo angebaut werden darf, wie die Landwirtschaft auf einem konventionellen Hof und auf einem ökologischen Hof funktioniert.
Jetzt wurde Mainka gemeinsam mit anderen Auszubildenden in Gieboldehausen, nördlich von Duderstadt, feierlich freigesprochen und durfte sich doppelt freuen: Der angehende Landwirt hat nicht nur seine Ausbildung beendet – er hat auch noch die beste Prüfung im Bereich Northeim, Göttingen und Osterode abgelegt. Respekt!
So richtig schwer gefallen ist ihm das nicht. Er sei zwar nicht der Typ, der viel lernt, erzählt er lächelnd. „Aber das hat mich alles wirklich interessiert“, sagt Mainka.
Dabei ist ihm der Beruf des Landwirts eher zufällig untergekommen. Dank einer früheren Freundin kam er mit Pferden in Kontakt, hat dann öfters beim Bauer geholfen, schließlich eine Kuh gekauft und ein wenig Land gepachtet. Nun studiert Mainka in Witzenhausen Ökologische Agrarwissenschaften. Mit dabei: drei Harzer Kühe und sein Hund. Morgens und abends kümmert er sich um seine Tiere, dazwischen steckt er seine Nase in die Bücher. Der Traum: ein eigener Bio-Hof. Und falls das nicht klappen sollte, dann vielleicht ein Betriebsleiterjob auf einem großen Hof.
Wo es ihn hin verschlägt, das ist dabei gar nicht so wichtig. „Ob Küste oder Bayerischer Wald, wie sich das so ergibt.“ Aber die Kühe müssen mit dabei sein, und Tobias Mainka muss raus an die frische Luft. Schließlich ist sich der Steinlaher sicher: „Landwirtschaft ist einfach das Beste.“ Scheint ganz so, als habe der junge Student seine Passion gefunden.
