„Er war der erste Mann, der mir Blumen mitgebracht hat“
Barum Die Barumer Eheleute Edith und Horst Wolters feiern am Donnerstag das Fest der diamantenen Hochzeit.
Für die Hamburgerin Edith Wolters war der Umzug ins ländliche Barum nicht ganz einfach. Doch von hier weg möchte sie nicht mehr. Nicht nur Barum hat sie überzeugt – auch ihr Mann Horst, mit dem sie am Donnerstag diamantene Hochzeit feiert. Der geborene Beinumer Horst Wolters (82) holte seine Edith (81) vor 60 Jahren aus der Hansestadt.
Das Ehepaar lebt heute in einem Haus aus dem Jahre 1895. „Wir sind die vierten Wolters, die hier wohnen“, erzählt Horst Wolters und freut sich, dass mit der Enkeltochter bald die fünfte Generation einziehen wird. Zu ihrer Wohnung führt eine steile Treppe hinauf, die die beiden immer noch recht rüstig bewältigen.
Oben, in der schön eingerichteten Wohnung, erinnern sie sich an die vielen gemeinsamen Jahre – oft wird dabei geschmunzelt oder gelacht. Horst Wolters arbeitete nach der Schule zunächst drei Jahre beim Bauern, denn er wollte einmal Gutsverwalter werden. Weil er aber zu wenig verdiente, wechselte er zu einer Tiefbaufirma – als Trümmerräumer in Eimsbüttel. „Auf diesem Trümmerschotter wurde das Volksparkstadion errichtet“, erzählt er.
In Hamburg trafen sich beide und von da an blieben sie zusammen. 1950 sahen sie sich zum ersten Mal bei einer kleinen Feier. Doch erst beim zweiten Treffen habe es so richtig gefunkt, erzählt Edith Wolters. „Er war der erste Mann, der mir Blumen mitgebracht hat“, schwärmt sie noch heute und erinnert sich, dass es Tulpen gewesen seien.
Für Horst Wolters war das selbstverständlich: „Ich kam ja vom Dorfe und kannte das nicht anders.“ Von nun an trafen sie sich ein – oder zweimal die Woche. „Wir bummelten über die Reeperbahn, besuchten Catch-Veranstaltungen, gingen ins Kino oder tanzen und gingen viel spazieren“, erinnern sie sich.
1951 war Verlobung. Sie bezogen ein Zimmer in der elterlichen Wohnung. 1952 war es dann so weit: Geheiratet wurde in Altona. Die Trauungen erfolgten dort im Zehn-Minuten-Takt. „Das war dort so Mode“, sagt Edith Wolters. Mode oder nicht, sie fand und findet es immer noch „furchtbar“. Gefeiert wurde bei den Eltern der Braut. Die Wolters aus Beinum waren selbstverständlich ebenfalls gekommen.

