Ein Ritter auf dem Kreuzzug durch die Finanzwelt
Salzgitter-Bad Chin Meyer kreierte im Jahr 2000 die Figur des Steuerfahnders Siegmund von Treiber und hat sich seither als Finanzkabarettist einen Namen gemacht.
„Der Jubel rollt“ heißt Meyers Programm, in dem er genüsslich die Themen Geld, Steuern und Finanzkrise mit all ihren Hindernissen für die Menschen bearbeitet. „Wie kommt man zu Geld?“, lautet daher die allumfassende Frage, die er im Laufe des Abends seinem Publikum stellt Erstaunlich ist, dass bei den Antworten „Geld durch Arbeit“ erst auf Rang vier landet. Erben steht weiter vorn.
Aber damit, sagt er, habe er schon gerechnet. Chin Meyer hält engen Kontakt zum Publikum, denn er ist nicht nur Kabarettist, sondern auch Sänger und Improvisationsschauspieler. Spontan textet er ein Lied darüber, wie sich Angela und Volkmar aus dem Publikum kennengelernt haben. Vorher hatte er die beiden interviewt.
So lockert Meyer sein Programm auf, bevor es wieder um das Thema Wirtschaft geht und Investmentbanker und Ratingagenturen ins Visier des 53-Jährigen geraten: Mitunter liest er aus dem Tagebuch eines Steuerfahnders vor. „Ich möchte Ihnen die Grundlagen des Steuerrechts erklären“, betont er, um einzugestehen: „Sie brauchen keine Grundlagen, sondern Geld.“
„Ohne Miese durch die Krise“, so auch der Titel seines Buches, das müsse das Ziel sein. Eines wird bei den Ausführungen Meyers deutlich: Die Finanzwelt ist so verwirrend und komplex, dass kaum jemand durchsteigt. Dabei ergreift Meyer die Position des kleinen Mannes und geht mit seinem Protagonisten, dem Steuerfahnder Siegmund von Treiber und dessen Kollegen von Finanzamt humorvoll ins Gericht.
Ferner schlägt Meyer vor, um das Image der Behörde zu verbessern, den verstaubten Begriff Finanzamt durch Cash Agency zu ersetzen, ebenso wie es mit Arbeitsamt geschehen sei, das jetzt Jobcenter und Agentur für Arbeit heiße. Ein weiteres Thema ist das Fernsehprogramm, und er nimmt die zahlreichen Kochsendungen und „Deutschland sucht den Superstar“ - Formate aufs Korn.
Meyer kommt zum Schluss: „Pecunia non olet“ (Geld stinkt nicht) und beendet seinen Kreuzzug durch die Finanzwelt. Das Publikum in der Kniki war begeistert von so viel Wortwitz und geschliffenen Pointen und klatschte lange.



