Durchfallerquote beim Abi hoch
Salzgitter An den Lebenstedter Gymnasien fielen fast 16 Prozent der Abiturienten durch. Die Berufsschüler schnitten besser ab.
10,7 Prozent der Abiturienten in Salzgitter sind in diesem Jahr durchgefallen. Damit steht die Stadt in der Region am schlechtesten da. Mit einer Durchfallerquote von 15,8 und 15,6 Prozent führen das Gymnasium Am Fredenberg und das Kranich-Gymnasium die negative Liste an. Am Gymnasium Salzgitter-Bad schafften 8,8 Prozent, an der berufsbildenden Ludwig-Erhard-Schule 7,1 Prozent der Prüflinge das Abitur nicht. An den BBS Fredenberg bestanden dagegen alle Schüler. Diese von der Stadt erfassten Zahlen, die unserer Zeitung vorliegen, wollten indes weder die Schulleiter der drei Gymnasien noch die Stadt herausgeben. Einzig eine Gesamtzahl nannten sie für ihre Schulen. Die städtische Bildungsdezernentin Christa Frenzel behauptete gar auf Anfrage: „Uns liegen die Zahlen nicht vor.“
Wie erklärt sich das schlechte Abschneiden Salzgitters im Vergleich zum Landesschnitt (5,5 Prozent)? In den Jahrgängen 2011 – dort lag die Durchfallerquote an den drei Gymnasien bei 5,7 Prozent – und 2012 habe es bei ihnen „auch hervorragende Leistungen und sehr gute Durchschnittsnoten“ gegeben, schreiben die Schulleitungen des Gymnasiums Am Fredenberg, des Kranich-Gymnasiums und des Gymnasiums Salzgitter-Bad in einer gemeinsamen Stellungnahme. Die höhere Durchfallerquote im Jahr 2012 habe „ihre Ursache unter anderem in der nicht immer gegebenen Kontinuität im Blick auf curriculare Vorgaben durch das Kultusministerium“, heißt es weiter. In diesem Zusammenhang stünden auch „überarbeitete Schulbücher und sich wandelnde methodische Anforderungen, die im Laufe der Gymnasialzeit dieses Jahrgangs mehrfach wechselten und Schüler und Lehrer vor besondere Probleme stellten“.
An seiner Schule hätten zudem vergleichsweise mehr Schüler als im doppelten Abitur-Jahrgang 2011 versucht, die Prüfung abzulegen, sagt Stephan Speer, Leiter des Gymnasiums Salzgitter-Bad im Gespräch mit unserer Zeitung. Das sei auch an anderen Schulen so gewesen. Die schlechte Umsetzung des verkürzten Abiturs ist dagegen für Stadtelternratsvorsitzende Doris Holletzek der Hauptgrund für das schlechte Abschneiden. „Die Lehrer wurden nicht entsprechend an die Hand genommen. Es hat auch an Fortbildungen gefehlt“, sagt sie


