Dialysezentrum auf dem Berg ist medizinische Geschichte
Salzgitter-Bad Das Dialysezentrum auf dem Berg in Salzgitter-Bad gibt es nicht mehr. Der Begründer der Einrichtung, Dr. Gerhard Meister, erinnert sich.
Die Gebäude des Dialysezentrums auf dem Berg neben dem ehemaligen Schwesternhaus des früheren Städtischen Krankenhauses in Salzgitter-Bad stehen leer. Eigentümer dieses Gebäudes war bis zur Übernahme der städtischen Krankenhäuser durch die Rhön AG die Stadt Salzgitter. Die PHV (Patienten-Heimversorgung Gemeinnützige Stiftung) mit Sitz in Bad Homburg – Träger der Dialyse – hatte das Haus angemietet. Vor wenigen Wochen wurde es geschlossen.
Viele der Patienten wechselten zur Dialyse-Behandlung in die Praxis von Professor Dr. Wolfgang Tschöpe. Er hat – so berichtete er – auch eine Mitarbeiterin übernommen. Die übrigen Mitarbeiter blieben bei der PHV.
Das Dialysezentrum auf dem Berg ist ein Teil der Geschichte der medizinischen Versorgung in der Salzstadt. Eng verbunden mit dieser Geschichte ist Dr. Gerhard Meister, früherer Chefarzt der Inneren Abteilung und zeitweise auch Ärztlicher Direktor des Krankenhauses in Bad. Er hat es geschafft, dass dieses Zentrum 1985 in Salzgitter-Bad eröffnet wurde. Bis dahin mussten die Patienten in die Nachbarstädte Braunschweig, Bad Harzburg oder Hildesheim fahren.
Dr. Meister, der zehn Jahre das Zentrum neben seiner Chefarzttätigkeit auch leitete, erinnert sich im Gespräch mit der SZ: „Ich musste damals um die Zulassung der Dialysetätigkeit kämpfen, obwohl es in Salzgitter keine Behandlungsmöglichkeiten für diese Patienten gab.“
Doch es gelang ihm: „Nach Eröffnung konnten die Bürger aus Salzgitter und Umgebung ortsnah versorgt werden.“ Außerdem hätten die Nähe zum Krankenhaus und die ärztliche Versorgung rund um die Dialyse für die notwendige Sicherheit gesorgt. Meister berichtete, dass die Einleitung der Dialysebehandlung mit Anlage des Dialyseshunts und die Vorbereitung zur Transplantation problemlos im Krankenhaus erfolgen konnten.
Waren am Anfang nur eine Schwester und ein Pfleger für die Patienten da, so änderte sich dies schnell: „Schon nach kurzer Zeit haben wir 50 Patienten aus dem regionalen Bereich versorgt“, erinnert sich Dr. Meister. 1995 wurde die Dialyseabteilung durch einen niedergelassenen Nephrologen übernommen und danach – so berichtete Dr. Meister – die ambulante Betreuung durch Ärzte im Krankenhaus untersagt.
Anschließend begann eine wechselvolle Geschichte. Zeitweise habe es vier Zentren in Lebenstedt und Bad gegeben, berichtet er. Doch nun gebe es nur noch zwei Zentren für die Dialyse: Neben der der Facharztpraxis von Professor Dr. Wolfgang Tschöpe in Salzgitter-Bad, die Gemeinschaftspraxis Dr. Fritz-Dieter Werkmeister und Dr. Chaban Swayda (Kattowitzer Straße 191b) in Lebenstedt.

