Der stete Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt
Lebenstedt Wachsam bleiben und gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit sensibilisieren, so beschreiben Gerd Graw, Walter Gruber und Ismail Aydemir ihre Aufgabe.
Im Gespräch mit Volontär Jan-Michael Schürholz berichten Gerd Graw, Walter Gruber und Ismail Aydemir über ihre Arbeit und das Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt. Dabei zeigt sich immer wieder: Die Arbeit mit den Jugendlichen ist dem Bündnis besonders wichtig. „Wir wollen die jungen Leute erreichen“, sagt Gerd Graw, Sprecher des Bündnisses. Vor allem auch, um die Jugend für das Thema zu sensibilisieren. „Es ist wichtig zu verstehen, dass das was passiert ist, wieder geschehen kann“, stellt Ismail Aydemir, Gründungsmitglied des Bündnisses, fest.
Seit vergangenem Jahr geht das Bündnis nun auch in die Betriebe. „Unsere Ausstellung im vergangenen Jahr beschäftigte sich mit der Zerschlagung der Gewerkschaften 1933“, erinnert sich Graw. Drei oder vier Tage nach Eröffnung der Ausstellung wurden die Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bekannt. „Für uns stellte sich da die Frage, wie wir damit umgehen?“, sagt Graw. Das Bündnis suchte das Gespräch mit VW und der Salzgitter AG. „Dort war man bei Geschäftsführung und Betriebsrat von unserer Idee begeistert, mit der Ausstellung in die Ausbildungsabteilungen zu gehen“, sagt Graw. In fünf Wochen führten sie mehr als 800 junge Leute durch die Ausstellung.
Als größten Erfolg sieht Graw die Protestkundgebung von mehr als 4000 Schülern und Azubis vor dem Rathaus wegen rechtsradikaler Übergriffe gegen das Gewerkschaftshaus und Morddrohungen gegen Sprecher des Bündnisses. „Das war Solidarität pur“, sagt er zufrieden.
Denn sie hätten erreicht, dass sich in Salzgitter ein breites Bündnis unter dem Motto „Salzgitter ist bunt, nicht braun“ bilden konnte. „Außerdem konnten wir in einigen Unternehmen Betriebsvereinbarungen gegen Fremdenfeindlichkeit durchsetzen“, sagt Graw.
Walter Gruber, ebenfalls ein Gründungsmitglied, stellt dazu fest: „In Salzgitter wagen es die Nazis durch unsere vielfältige Arbeit nicht, in irgendeiner Weise provozierend aufzumarschieren, wie in anderen Städten.“ Dies sei auch ein Verdienst der IG Metall, so Gruber. „Denn wenn wir es schaffen, viele Menschen in kurzer Zeit zusammen zu trommeln, haben die Rechten davor Respekt.“
Die Breite des Bündnisses sei ihre Stärke, so Aydemir. „Je mehr sich beteiligen, desto besser ist das“, sagt er. Dass es aber immer noch möglich ist, Politik auf dem Rücken einer Minderheit zu betreiben, ist eigentlich traurig, so Aydemir.
Lesen Sie in der Samstagausgabe der Salzgitter-Zeitung das Interview mit den Vertretern des Bündnisses gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt.
