Bürger wollen einen Supermarkt auf dem Schulsportplatz
Flachstöckheim 80 Interessierte kamen zur Informationsveranstaltung der Stadt. Bildungsdezernentin Christa Frenzel betonte: „Das ist eine Chance für die Schule.“
Wer ist für einen Supermarkt in Flachstöckheim und damit für die Verlegung des Schulsportplatzes, will Stadtsprecher Norbert Uhde am Ende der städtischen Informationsveranstaltung wissen. Donnernder Applaus aus den Reihen der etwa 80 Interessierten brandet ihm entgegen. Die wenigen Gegner in der Aula der Schule Am Gutspark sind überstimmt. Sie können sich am Montagabend mit ihren Argumenten nicht durchsetzen.
Geht es nach dem Willen von Verwaltung und Ortsrat Südost soll ein Supermarkt auf dem Schulsportplatz der Grund- und Hauptschule errichtet werden. Der Schulsport könnte dann auf der etwa 300 Meter vom alten Schulsportplatz entfernten Anlage des FC Flachstöckheim stattfinden. Dafür sollen auf dem Vereinsgelände eine 100-Meter-Laufbahn, eine Kugelstoß- und eine Weitsprunganlage angelegt werden.
„Eine Verbesserung für die Schule“ zeigte Ortsbürgermeister und Vereinsvorsitzender Wolfgang Fisch auf: Die Schule könne auf die Infrastruktur des Vereins zurückgreifen, die dortigen Umkleidekabinen und Toiletten nutzen oder Material lagern. Und auch eine Kooperation mit dem Verein und damit neue schulische Sportangebote seien möglich. Darüber hinaus erhalte die Schule „eine top-neue Sportanlage“. „Dafür ist auch ein längerer Fußweg hinnehmbar“, sagte Fisch und erntete lautstarken Beifall.
Der Fußweg sei nach den Richtlinien für die Schülerbeförderung zumutbar, erklärte auch Michael Cramme von der Schulverwaltung. Von einer „Win-Win-Situation für alle“ sprach Stadtbaurat Michael Tacke, von einer „Chance für die Ganztagsschule“ Bildungsdezernentin Christa Frenzel. Und Annegret Heumann von der Landesschulbehörde betonte: „Schulrechtlich gibt es keine Bedenken gegen eine Verlegung des Sportplatzes. Wir werden der Stadt bei der Ansiedlung nicht im Weg stehen.“
Ist die Verlegung bereits beschlossene Sache, wollten die Bürger wissen. „Nein“, stellte Dezernent Tacke klar. Zuerst benötige es einen Ratsbeschluss, dann müsse ein Bebauungsplan aufgestellt werden. „Ein Planverfahren von einem Jahr ist realistisch“, sagte Tacke.
Eine doppelte Materialanschaffung für Turnhalle und Sportplatz führte die Mutter eines Schulkindes als Argument gegen die Verlegung des Sportplatzes an. Und auch der nach Jungen und Mädchen getrennte Sportunterricht, die Busverbindungen sowie die Debatte um ein- oder doppelstündigen Sportunterricht sollten für den alten Sportplatz sprechen. Punkte, die lösbar oder durch die Umorganisation des Schulalltags zu meistern wären, befanden die Vertreter der Stadt.
