Beliebten Kirchenbuden des Weihnachtsmarkts droht das Aus
Lebenstedt Ein abruptes Ende droht den beiden Kirchenbuden, für viele Besucher die karitative Seele des Lebenstedter Weihnachtsmarktes.
Ungewöhnlich lang dauert diesmal der Weihnachtsmarkt in der Fußgängerzone. Laut Meinhard Funk, Chef der Werbegemeinschaft City Lebenstedt als Veranstalter, wird die Schau am Montag, 26. November, eröffnet und schließt mit einem verkaufsoffenen Sonntag am 30. Dezember. Doch erstmals seit mindestens acht Jahren wird dem Stelldichein von mehreren Dutzend Standbetreibern ausgerechnet in der Adventszeit kirchlicher Glanz fehlen.
Bis zu 20 Kirchengemeinden und soziale Einrichtungen Salzgitters verkauften bislang vor der Stadtpassage an zwei aus Braunschweig angelieferten Verkaufs- und Informationsbuden für den karitativen Zweck Glühwein, Kakao, aber auch Handarbeiten, Türkränze oder Adventssträuße. Diesmal werden Stammkunden dort vergeblich warten.
Die Kirchenbuden, einst eine Idee der Kaufleute – ein Auslaufmodell? „Das würden die Gemeinden sehr bedauern“, ahnt Petra Behrens-Schröter. Sie ist Geschäftsleiterin der Kreisstelle Salzgitter des Diakonischen Werks, das Personal und Programm für die Kirchenbuden organisiert. Hoher, oft schon im August begonnener Planungsaufwand, tägliche ehrenamtliche Standbetreuung oft bei Kälte und relativ geringen Tageseinnahmen – das sei trotz der Befreiung von Standgebühren eine hohe Hürde gewesen, räumt Behrens-Schröter ein. Dennoch, sagt sie, „würden wir das wieder machen“. Entsprechende Anfragen beim bisherigen Organisator des Budentransfers, einem Mitarbeiter der Werbegemeinschaft Stadtpassage, blieben aber unbeantwortet, klagt das Diakonische Werk.
Den Grund kennt Vorsitzender Philipp Schröder. Der bisherige Organisator arbeite nicht mehr für die Werbegemeinschaft, personeller Ersatz sei nicht möglich, der finanzielle und zeitliche Aufwand für Transport und Aufstellung der Buden zu hoch, sagt er. Schröder: „Unsere Werbelinie hat sich verändert“. Sollte das Diakonische Werk weiter Wert auf Betrieb der Kirchenbuden setzen, müsse sie die Organisation künftig selbst übernehmen.
„Das ist eine veränderte Lage“, reagiert Behrens-Schröter, die erst durch die SZ von der Neuregelung erfuhr. Ob sich die Kirche derart hohe Kosten leisten könne, sei fraglich.
