Auch die WEVG rätselt: Woher kommt das braune Wasser?
Thiede Fraglicher Hydrant wird offenbar kaum genutzt und kommt als Ursache nicht in Betracht
Der Wasserversorger WEVG hat nun, nach Angaben des Bereichsleiters Marketing und Vertrieb, Matthias Giffhorn, das Phänomen des braunen Leitungswassers in Thiede „umfangreich geprüft und recherchiert“. Der Hydrant sei nur für Brand-Notfälle freigegeben, sagte Giffhorn, und solche habe es in letzter Zeit dort nicht gegeben. Auch der Bereitschaftsdienst des Wasserversorgers habe keine Meldungen bezüglich braunen Wassers erhalten. Das heißt: Auch die WEVG weiß nichts Genaues. „Wenn es wieder auftreten sollte, sollen sich Betroffene an den Bereitschaftsdienst wenden“, sagt Giffhorn.
Wie berichtet, bekommen einige Mieter älterer Wohnungen in Thiede und auch in Lebenstedt etwa einmal im Monat bräunliches Wasser aus der Leitung. Das Phänomen ist zum Teil in Zusammenhang mit der Entnahme großer Mengen Wassers aus Hydranten gesetzt worden. Die Annahme: Durch den Unterdruck bei der Wasser-Entnahme würden Ablagerungen in Rohren gelöst, die dann das Leitungswasser eintrüben. Doch dies scheint in Thiede nicht zuzutreffen.
Denn auch die Stadt berichtet, dass der Städtische Regiebetrieb SRB dort kein Wasser entnimmt. „Zur Bewässerung von Pflanzen hat der SRB in diesem Jahr in Thiede überhaupt kein Wasser entnommen“, heißt es, „und auch die Kehrmaschinen sind zum größten Teil nicht mehr von einer Befüllung durch Hydranten abhängig.“
Denn die Großkehrmaschinen seien mit einem Wasserrückgewinnungssystem ausgestattet und benötigten kein zusätzliches Wasser während der Kehrtour. Davon sind zwei im Einsatz, ebenso wie bei den Kleinkehrmaschinen, die in den vergangenen sechs Monaten ebenfalls kein Wasser tanken mussten, da wegen der Witterung nur wenig Wasser verbraucht worden sei. „Die Befüllung der Wassertanks erfolgt grundsätzlich auf dem Betriebshof über Wasserspeicher, die aus Niederschlagswasser gespeist werden“, heißt es weiter.
Das Gesundheitsamt versichert indes auf Nachfrage, dass „Inkrustierungen“, also Ablagerungen, in Wasserrohren nicht gesundheitsgefährdend seien. Wenn dies die Ursache für eine Trübung oder Färbung des Leitungswassers sein sollte, gelte: Einfach laufen lassen, bis es klar wird.

