Wetter im Oktober – Sturz vom Herbst in den Frühwinter
Lengede Im Oktober gab es tagsüber 24,6 Grad und nachts auch schon Minusgrade. Es war ein sehr wechselhafter Monat.
Die Witterung der vergangenen Wochen hat den „Goldenen Oktober“ vielerorts wahr werden lassen. Zumindest gilt dies für die ersten zwei Monatsdrittel.
Die Bezeichnung „Goldener Oktober“ hat eigentlich nur indirekt etwas mit dem Wetter zu tun. Jedoch wird die in gold-gelben Farbtönen erscheinende Laubfärbung bei einem tiefblauen Himmel, Sonnenschein und Wärme ganz anders empfunden als bei hochnebelartiger Bewölkung.
So stand der Monatsanfang mit Tageshöchsttemperaturen um 20 Grad, 10 Stunden Sonnenschein bei schwachem Südwestwind, geringer Bewölkung und guter Fernsicht genau unter dem positiven Attribut des „Goldenen Oktobers“.
Ein Tiefdruckgebiet übernahm jedoch zwischen dem 3. und 7. Oktober die Regie und brachte teils ergiebige Niederschläge mit. So wurden in Lengede am 4. Oktober innerhalb von 24 Stunden 17,8 Liter Regen auf den Quadratmeter gemessen. Insgesamt brachte uns dieses Tief in fünf Tagen 30 Liter Regen.
Erster Reifansatz morgens
Gleichzeitig sank das Temperaturniveau deutlich ab, so dass die Tagesmaxima am 10. Oktober nur noch bei 11 Grad lagen. Besonders kühl war auch die Nacht zum 9. Oktober mit einem Minimum von 2,8 Grad. Auf Freiflächen war an diesem kühlen Morgen auch der erste Reifansatz zu sehen.
Die Folgetage wurden durch weitere Tiefdruckgebiete bestimmt. Bis zur Monatsmitte war das langjährige Niederschlagssoll für den gesamten Oktober bereits überschritten.
Zum Ende der zweiten Monatsdekade gelangte Norddeutschland in den Zustrom sehr milder Luftmassen, die unter leichten Hochdruckeinfluss gelangten und uns für mehrere Tage einen Hauch von Spätsommer bescherten. Dabei wurde am 19. Oktober mit 24,6 Grad der Höchstwert gemessen.
Hochdruckgebiete im Herbst sorgen aber nur wenige Tage für Sonnenschein. Die in einem Hochdruckgebiet absinkenden Luftmassen führen im Herbst häufig zu Inversionswetterlagen, wie in der vorletzten Oktoberwoche. Oberhalb dieser Inversion herrscht ungestörter Sonnenschein – wie auf dem Brocken mit Temperaturen zwischen 16 und 20 Grad –, unterhalb ist es neblig-trüb bei 11 bis 14 Grad.
Eine Umstellung der Wetterlage erfolgte am 25. Oktober. Meereskaltluft setzte sich auf der Rückseite einer von Nord nach Süd ziehenden Kaltfront zu uns in Bewegung. Das Resultat waren Temperaturen bis minus 2,1 Grad in der Nacht zum 29. Oktober und Maxima tagsüber um 6 Grad. Es war ein Sturz vom Herbst in den Frühwinter.
Drei Frosttage
Der Oktober 2012 fiel mit einer Mitteltemperatur von 9,7 Grad um 0,1 Grad zu kalt aus. Er brachte bereits 3 Frosttage.
Regen fiel an 14 Tagen, dabei kamen 53,4 mm und damit 137 Prozent vom langjährigen Mittel zusammen.
Die Sonne zeigte sich über Lengede an insgesamt 131,6 Stunden; dieses entspricht 126 Prozent vom Sollwert für den Oktober.
Die Windverteilung war typisch für einen durchwachsenen Oktober, da die Südwest- und Westwinde deutlich überwogen und auch die Windgeschwindigkeiten fast an jedem Tag die Stärken 3 bis 4, in Böen an einzelnen Tagen sogar die Stärke 6 bis 7 erreichten.
Die Analyse der Windverhältnisse zeigt gerade bei den Windrichtungen die Dominanz von Südwest- und Westwinden, welche in unseren Breiten ein deutliches Maß für die Unbeständigkeit in einem Monat sind.


