Wendeburg will Flächennutzungsplan für VW ändern
Harvesse VW sagt, dass eine Standort-Entscheidung von den Möglichkeiten der Gemeinde abhänge. Wendeburg konkurriert vermutlich mit zwei weiteren Standorten.
Sie haben gestern Abend ein klares Zeichen für VW gesetzt: Die Mitglieder des Planungs- sowie des Verwaltungsausschusses sprachen sich einstimmig für die Veränderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans südöstlich von Harvesse aus. Der Konzern erwägt, dort ein Logistik-Optimierungszentrum zu bauen.
Bürgermeister Gerd Albrecht sagte: „Wenn sich die Pläne von VW konkretisieren, müssen wir schnell reagieren können. Wir setzen das Zeichen, dass wir das auch wollen.“ Es gehe um Zeit. Sowohl für die Gemeinde als auch für den Konzern. Dieser wolle seine logistischen Vorgänge mit dem Zentrum optimieren. Derzeit belieferten elf Lager in Braunschweig und Umgebung das Werk in Braunschweig. Diese Dezentralisierung sei aufwendig, koste Geld. Auch VW sagte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung: „Das Ziel von Volkswagen Braunschweig ist eine kurzfristige Entscheidung. Diese hängt aber von den Möglichkeiten der Gemeinde ab, die infrage kommenden Grundstücke für Volkswagen nutzbar zu machen.“
Harvesse hat Konkurrenten, Vordorf in der Gemeinde Gifhorn und ein weiterer Standort sollen in der Diskussion sein. Albrecht: „Mit der Anfrage an die Gemeinde ist uns eine Verantwortlichkeit an die Hand gegeben worden.“ Es gehe darum, den Produktionsstandort Braunschweig langfristig zu stabilisieren. Wendeburg will seinen Teil dazu beitragen – und verspricht sich neben Arbeitsplätzen, rund 160 könnten entstehen, unter anderem mehr Gewerbesteuereinnahmen.
Mit der Empfehlung des Planungsausschusses und dem Beschluss des Verwaltungsausschussesist die Gemeinde dem ein wenig näher gekommen. Doch es sind noch einige Hürden zu nehmen: Bei der Fläche handelt es sich in Teilen um Landschaftsschutzgebiet und Abwasser-Verregnungsfläche. Die ehemalige Bahnstrecke Plockhorst-Harvesse beispielsweise ist geschützter Landschaftbestandteil. Diese Strecke würde VW im Falle eines Zuschlags erwerben, sanieren und erweitern. Darüber, die Fläche aus dem Landschaftsschutz zu nehmen, müsse der Kreistag entscheiden, so Albrecht.
Für den Bürgermeister ist aber wichtig festzuhalten: „Wir werden Ausgleichsflächen schaffen.“ Diese könnten sowohl östlich als auch westlich des ausgewiesenen Gebiets liegen. Auch Teile der umgeplanten Fläche, der jetzigen Verregnungsflächen, könnten dafür genutzt werden. Die Wildunterführung unter der A 2 könne verlegt oder das Wild auf der anderen Seite neu geleitet werden.
In der Sitzung des Planungsausschusses kam auch die Frage nach dem entstehenden Lärm und der Verkehrsbelastung auf. Heiko Jacke sprach davon, dass einige Harvesser, die im Süden der Ortschaft wohnen, Bedenken hätten. Albrecht sagte: „Kein LKW wird durch Harvesse fahren.“ Der Anschluss an das Industriegebiet würde von Osten her erfolgen. Zur Lärmbelastung sagte er, dass sie gering sein werde. Denn Güterzüge und LKW würden innerhalb der Halle entladen, die Lärmschutz biete. Lediglich entstünden Geräusche durch die Güterzüge, die jedoch nur selten fahren würden, ein- bis zweimal am Tag.
Mit den 21 Eigentümern seien die Gespräche fortgeschritten, sagte Albrecht. Sollten die Voraussetzungen für den Standort erfüllt sein, würden die Eigentümer ihre Grundstücke direkt an den Konzern verkaufen. Die Gespräche werden nun fortgesetzt. Ein Thema dabei könnte auch dies sein: Bei dem Bebauungsplan könnte es sich um einen nutzungsbezogenen handeln, der nur im Falle des Zuschlags von VW greifen würde.

