„Unternehmen plant kein Fracking“
Peine Der Wendeburger David Widmayer befürchtet, das Unternehmen PRD Energy könnte 2013 mit der Fracking-Förderung von Öl und Gas im Landkreis beginnen.
Widmayer, Mitglied im Arbeitskreis Fracking Braunschweiger Land, hat bei dem kanadischen Unternehmen PRD Energy gelesen, dass die Firma unter anderem in der Nähe von Hohenassel, Oberg und Broistedt Felder gekauft hat. Er befürchtet, dass dort Öl und Gas mit sogenannten Fracking-Technologien gefördert werden soll.
„Da liegen die öl- und gasführenden Schichten nicht einmal 400 Meter unterhalb der Erdoberfläche. Da ist nichts oben drüber, was das Grundwasser vor der Frack-Flüssigkeit schützen könnte“, sagt Widmayer. Seine Befürchtung: „Die Förderung von Öl und Gas mit Fracking-Technologie wird lediglich wenige bereichern. Die Allgemeinheit hat dann die gesundheitlichen und finanziellen Kosten auszubaden.“
Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt das zuständige Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), dass es im Februar die Bewilligungsfelder an PRD erteilt hat. LBEG-Sprecher Andreas Beuge sagt: „Damit hat das Unternehmen PRD Energy das Recht erhalten, in diesen Bewilligungsfeldern Kohlenwasserstoffe zu gewinnen.“ Allerdings sei damit noch nicht die Genehmigung von technischen Maßnahmen, wie zum Beispiel von Bohrungen verbunden.
„Solche Maßnahmen müssen beim LBEG in Form von sogenannten Betriebsplänen beantragt werden. Betriebspläne für technische Maßnahmen wurden beim LBEG bislang nicht eingereicht.“
Rechtsanwalt Fritz von Hammerstein, Berater von PRD Energy in Deutschland, sagt zu Widmayers Sorgen: „PRD Energy plant nicht, die Frac-Technologie einzusetzen.“ Derzeit werte PRD Energy die geologischen Strukturdaten aus. Nach Abschluss dieser Arbeiten werde entschieden, ob und gegebenenfalls in welchen der Felder die Produktion aufgenommen werde. „Die Entscheidung wird voraussichtlich Mitte 2013 getroffen.“
Bei den Feldern auf dem Gebiet des Landkreises Peine handele es sich um sogenannte konventionelle Lagerstätten. „Das sind alte Felder, auf denen schon früher Öl oder Gas gefördert wurde“, erklärt Hammerstein. Nun werde angesichts gestiegener Öl- und Gaspreise geprüft, ob sich die Förderung auf den Lagerstätten mit neuer Technik wieder lohnen könnte.
Fracking-Techniken kämen bei konventionellen Lagerstätten in Frage, wenn der natürliche Druck schwächer werde. „Das ist in Deutschland immer schon gemacht worden“, meint Hammerstein. Ob dies auch im Landkreis Peine in Frage komme, entscheide sich aber erst in vielen Jahren und sei derzeit nicht absehbar.

