Trotz der Regionsdebatte – „Lahstedt muss erhalten bleiben“
Lahstedt Braunschweig oder Hildesheim – für wen sich die Lahstedter entscheiden würden, ist laut Hans-Joachim Kloster gar nicht so eindeutig zu beantworten.
Für den Bürgermeister-Vertreter im Lahstedter Rathaus steht aber fest: „Lahstedt muss in jedem Fall als eigenständige, selbstständige Gemeinde erhalten bleiben.“
Die Landkreise Peine und Hildesheim zusammenzuschließen oder eine Region Braunschweig zu bilden, die auch das Peiner Kreisgebiet umfasst: Über diese beiden Möglichkeiten wird heftig diskutiert. „Die Adenstedter tendieren eher nach Hildesheim“, glaubt Kloster; die Bewohner aus den übrigen vier Lahstedter Ortschaften – Groß Lafferde, Gadenstedt, Oberg und Münstedt – hingegen eher nach Braunschweig. „Für die Mehrheit der Lahstedter dürfte also Braunschweig näher liegen als Hildesheim.“
Diese Bewertung ist insofern interessant, da Lahstedt im Sommer eine Fusion mit den Gemeinden Söhlde – im Landkreis Hildesheim – und Lengede vorgeschlagen hat (wir berichteten). Söhlde hat diesen Zusammenschluss inzwischen abgelehnt, Lengede zeigt sich (teilweise) aufgeschlossener.
Unabhängig davon gibt Kloster, der in Adenstedt wohnt, zu bedenken: Egal ob Landkreis-Zusammenschluss oder Region Braunschweig – das Entscheidende seien die Auswirkungen für die Bevölkerung vor Ort. „Viele Verwaltungsangelegenheiten kann der Bürger heutzutage zwar von Zuhause per Mail oder Telefon erledigen“, räumt er ein. Doch bei einigen Dingen – etwa Fahrzeuganmeldung – müsse man persönlich erscheinen, da sei die Nähe zu den Behörden (etwa Straßenverkehrsamt in Peine) für Lahstedter vorteilhaft.
Vor 40 Jahren ist die Gemeinde Lahstedt mit ihren derzeit rund 10 200 Einwohnern auf freiwilliger Basis entstanden. „Ich halte Lahstedt in jetziger Größe auch weiterhin für zukunfts- und überlebensfähig“, hebt Kloster hervor. Aus diesem Grund habe die Gemeinde auch gemäß dem Zukunftsvertrag beim Land einen Zuschussantrag für die Eigenentschuldung gestellt. „Entschieden ist darüber aber noch nicht, es gibt weitere Gespräche mit dem Land.“
Die Region Braunschweig oder die Kreisfusion Peine/Hildesheim muss somit nach Klosters Überzeugung nicht zur Fusion Lahstedts mit einer anderen Gemeinde führen. Der Verwaltungsfachmann: „Die Fusion mit Ilsede ist somit auch kein Thema.“
Ausdrücklich kritisiert Kloster allerdings die generelle Finanzausstattung der Kommunen durch Bund/Land: „Eine faire Ausstattung mit Finanzmitteln ist nicht gegeben, es gibt zu viele Ungleichgewichte.“

