Szenenapplaus für Herbert Herrmann in Peiner Festsälen
Peine In den vollbesetzten Peiner Festsälen amüsierten sich die Gäste prächtig. Geboten wurde die romantische Komödie „Das zweite Kapitel“.
Dabei war der populäre Schauspieler Herbert Herrmann der unumstrittene Star der Aufführung. Mit seiner erfrischenden Spielweise sorgte er immer wieder für Szenenapplaus. Dabei hat das Stück durchaus doppelbödigen Charakter. „Ich sehe das Leben von der humorvollen und der traurigen Seite“, sagte der versierte und populäre amerikanische Film- und Theaterautor Neil Simon: „Das zweite Kapitel“ hat er im Jahr 1977 kurz nach dem Tod seiner Frau geschrieben.
Und so wird das Stück auch in den Festsälen zu einem Wechselbad der Gefühle. George (Herbert Herrmann) ist Schriftsteller und lebt in New York. Den Tod seiner Frau hat er nicht verkraftet, jetzt igelt er sich ein. Dann ist da noch Schauspielerin Jennie (Nora von Collande), die – kaum zu glauben – ebenfalls gerade Single geworden ist und die „lieber wieder Jungfrau werden“ als eine neue Beziehung eingehen möchte. Dann kommen noch Georges Bruder Leo (Stefan Schneider) und Jennies Freundin Faye (Yuri Beckers) ins Spiel. Beide sind verheiratet und haben eine anstrengende Seitensprungbeziehung. Trotzdem haben sie noch Zeit, George und Jennie zu verkuppeln. Die verlieben sich und heiraten. Doch das geht schief – George kann seine erste Frau nicht vergessen.
Die Handlung hat Schauspieler und Regisseur Herrmann mit leichter Hand inszeniert. Wandlungsfähig zeigen sich die beiden Hauptdarsteller während des Spiels: Auf der eine Seite spielt Herrmann den zerknautschten George zunächst als den freundlichen Teddybären, der immer mehr zum mürrischen Ehegatten wird. Auf der anderen Seite verwandelt Collande (auch im wirklichen Leben Herrmanns Ehefrau) die frustrierte Geschiedene zu einer Frau, die umsichtig ihre Beziehung retten will. Insgesamt jedoch wirkt der Stoff für ein Problemstück zu flach. Als Komödie fand er in den Festsälen großen Beifall.
