Stimmgewalt in der Marienkirche Wendeburg
Wendeburg Ein sehr russisches Repertoire präsentierte die St. Petersburger „Harmonie“. Und begeisterte rund 40 Zuhörer in der Wendeburger Marienkirche.
Sechs Sänger, vom strahlenden Tenor bis zum tiefen Bass und gerade auf umfangreicher Deutschlandtournee, das ist das a cappella Ensemble St. Petersburger „Harmonie“. Unter der Leitung des Dirigenten, Komponisten und Basses Alexander Andrianov gastierte der Chor in der Marienkirche in Wendeburg.
Das Programm umfasste geistliche Werke vom 14. Jahrhundert bis zur Moderne, weltliche Musik und natürlich russische Volkslieder. Den Kirchenraum füllte eine farbenfrohe, russische Stimmgewalt, die so nur von osteuropäischen Chören zu hören ist.
Der russischen Tradition folgend gaben sie mit emotionsgeladenen Melodien einen musikalischen Einblick in die russische Seele. Im ersten Teil geistliche Lieder wie das „Segne, Herr, meine Seele“ aus dem 14. Jahrhundert, noch sehr verhalten und getragen interpretiert. Beim traditionellen russischen Kirchenlied „Himmel und Erde“ steigerte sich der Gesang im kleinen Raum der Marienkirche zu majestätischem Klang. Eindrucksvoll die Klänge bei „Erhöre mich, oh Herr, und vergib meiner Seele“ im „Gebet zur Fastenzeit“ mit räumlichen, akustischen Distanzen durch die Aufstellung des Solisten im Hintergrund des Chores.
Dann folgten sowohl sehnsuchtsvolle, melancholische als auch beschwingte russische Volkslieder und Weisen, in denen der Chor mit witzigen Einlagen und übersteigerter Leidenschaft sang, unter anderem in den Volksliedern, die sich thematisch um Tanzen, Schwerarbeit und Hochzeit drehen. Es ist die Sehnsucht nach Liebe und Heimat, die aus diesen Liedern spricht.
In der Zugabe brillierten die russischen Sänger in deutscher Sprache, so erklang das wunderschöne gute Nacht-Lied „Guten Abend – gut´ Nacht“. Die Zuhörer waren begeistert und spendeten viel Beifall.
