Neue Projekte sollen Kinder in Bettmars Spielkreis locken
Bettmar Nur 13 Kinder besuchen derzeit Bettmars Spielkreis „Regenbogeninsel“. Leiterin Anika Müller fürchtet, dass die Gemeinde den Zuschuss streichen könnte.
Eine frisch gedruckte Infobroschüre liegt im evangelischen Kinderspielkreis „Regenbogeninsel“ in Bettmar aus: Mehrere neue Projekte stehen dort in den nächsten Wochen auf dem Programm. Das Ziel: Mehr Kinder in den Spielkreis zu holen. Es sind Dinge, die die neue Leiterin Anika Müller seit ihrem Amtsantritt im September bereits angeschoben hat. Die Einrichtung in der Kreuzstraße besuchen derzeit 13 Kinder – zu wenig. „Es besteht die Gefahr, dass, wenn wir auf Dauer so wenig Kinder haben, die Einrichtung geschlossen werden muss“, berichtet die neue Leiterin, die Doris Kramer aus Altersgründen ablöste.
Dann nämlich würde die Gemeinde Vechelde ihren Vertrag aufkündigen und den Spielkreis nicht mehr bezuschussen. Laut Müller trägt die Gemeinde mehr als die Hälfte der Kosten. Einen Grund für die geringe Kinder-Zahl sieht die 30-Jährige in den Öffnungszeiten. „Für berufstätige Eltern ist es zum Teil schwer, ihr Kind bis 13 Uhr abzuholen. Hier sind wir einfach nicht konkurrenzfähig – so wird es aus finanziellen Gründen auch bleiben.“ Ein weiterer entscheidender Grund sei die geringere Geburtenrate, so Müller.
Doch die Leiterin suchte nach anderen Wegen, um Besonderheiten für die Kinder aus Bettmar zu schaffen und die Einrichtung so interessant zu machen. So findet in den Herbstferien beispielsweise ein Tanzworkshop statt. Eine junge Schülerin aus dem Dorf wird ihre Hip-Hop-Erfahrungen weitergeben. „Die Geschwisterkinder, die schon zur Schule gehen, haben wir auch dazu eingeladen“, berichtet Müller, die selbst zweifache Mutter ist.
Gerade erst haben die Kinder zwei Tage im Wald erlebt – so spannend, dass die Leiterin mit Kollegin Rosi Schmidt beschloss, auch das Weihnachtsfest im Wald stattfinden zu lassen. Eine weitere Neuheit: Bald wird es in der Bettmaraner Gruppe eine Werkbank geben. „Das nehmen wir zum Anlass, um eine Tischlerei zu besuchen“, freut sich Müller, die spezielle Fortbildung zur Sprachbildung und Sprachentwicklung besucht hat.
Sie sieht in der kleinen Gruppenstärke aber auch Vorteile: „Wir haben besondere Möglichkeiten, die Kinder individuell zu fördern. Es herrscht eine sehr familiäre Atmosphäre.“ Für sie selbst sei es die perfekte Stelle. „Da wir nur vormittags arbeiten, sind meine eigenen Kinder in dieser Zeit gut untergebracht“, begründet Müller und fügt hinzu: „Wir haben hier kurze Wege, sind zum Beispiel schnell in der Grundschule. Hier herrscht noch heile Welt. Und ich darf Teil davon sein.“
