Moderne Kunst in der Edemisser Kirche – Jubiläum
Edemissen Vor zehn Jahren hat der Künstler Felix M. Furtwängler das Deckengemälde in der Martin-Luther-Kirche in Edemissen fertiggestellt. Das wird gefeiert.
Das Deckengemälde der Martin-Luther-Kirche ist am morgigen Mittwoch vor zehn Jahren fertiggestellt worden. Die Kirchengemeinde feiert das in verschiedenen Veranstaltungen. Den Auftakt macht ein Gottesdienst am kommenden Sonntag.
Zwölf Bilder zu unterschiedlichen Bibelstellen, ein Großteil davon aus den Paulusbriefen, hat der Künstler Felix Martin Furtwängler aus Memmingen gestaltet. Verbunden sind sie durch ein umlaufendes Spruchband: „Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“
Pastorin Annette Baden-Ratz sagt, dass es das Anliegen Furtwänglers gewesen sei, mit dem Aufgreifen der biblischen Gedanken in die heutige Zeit zu sprechen. „Keine heile Glaubenswelt wollte er darstellen, sondern die Welt in ihrer Gebrochenheit und den Menschen als Suchenden.“ Im Vorwort der über das Gemälde erschienenen Dokumentation wird Furtwängler zitiert: „Bedenken Sie, ich male diese Bilder auf der Erde und nicht im Himmel.“
Horst Wetzel, der damalige Leiter des Kirchlichen Amtes für Bau- und Kunstpflege hatte eine künstlerische Bemalung der Kirche vorgeschlagen und den Kontakt zu dem Künstler Furtwängler vermittelt.
Zu der Idee einer neuen Bemalung kam es, weil die Kirche in den Jahren 2000 bis 2002 Sanierungsarbeiten benötigte. Das Dach hatte sich bewegt und die Kirchenmauern nach außen gedrückt. Die komplette Sanierung des Tonnengewölbes im Inneren der Kirche war notwendig.
Bereits in früheren Zeiten war das Tonnengewölbe bemalt gewesen, seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts jedoch nur noch weiß verputzt. Im Kirchenvorstand setzten Überlegungen ein zu Inhalten und biblischen Aussagen, die sich in der Deckenbemalung wiederfinden sollten. Pastor Detlef Lienau trat mit dem Künstler ins Gespräch. „Felix M. Furtwängler ließ sich dabei weitgehend auf die Vorgaben des Kirchenvorstands ein“, sagte Baden-Ratz. Er erstellte Entwürfe und ein Modell. Nachdem der Kirchenvorstand zugestimmt hatte, konnten die Arbeiten an der Decke beginnen. Am 31. Oktober 2002 wurden sie abgeschlossen.
„Bis heute kommen Gruppen und Einzelpersonen, um die Edemisser Kirche zu besichtigen, die als moderne Ausmalung einer barocken Kirche, aber auch als einzig bemaltes Tonnengewölbe innerhalb der Hannoverschen Landeskirche einen besonderen Schatz birgt“, sagt Baden Ratz. Die Verbindung von moderner Kunst in einer barocken Kirche sorge dabei weiterhin für Diskussionen und Gesprächsstoff. Die einen seien von Anfang an begeistert gewesen, während andere sich bis heute schwertäten. Wieder andere hätten nach erster Skepsis Freundschaft geschlossen.
Der Kirchenvorstand und der Förderverein planen für die kommenden Monate verschiedene Veranstaltungen. Angedacht sind unter anderem ein Adventscafé, ein Bürgerfrühstück, sowie Vortrags- und Konzertveranstaltungen.
Zum Auftakt feiert die Kirchengemeinde am Sonntag, 4. November, von 10 Uhr an, in der Martin-Luther-Kirche einen besonderen Gottesdienst. Annette Baden-Ratz und Christian Ratz sowie das Kirchenführer-Ehepaar Ute und Richard Kassebaum nehmen die Gottesdienstbesucher mit auf eine kleine Wanderung durch die Kirche. Für die musikalische Gestaltung sorgen Posaunenchor und Orgel. kvo

