Logistikzentrum südöstlich von Harvesse? VW prüft Standort
Peine Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht sagte auf Anfrage: „Das wäre eine riesengroße Chance für uns.“
Wendeburg könnte sich bald in die Riege der Volkswagen-Standorte einreihen. Der Konzern prüft, ein Logistik-Optimierungszentrum südöstlich von Harvesse anzusiedeln. Wendeburgs Bürgermeister Gerd Albrecht sagte dazu am Mittwoch auf Anfrage: „Das wäre eine riesengroße Chance für uns.“
Geprüft wird eine rund 25 Hektar große Fläche südöstlich von Harvesse an der Bundesstraße 214 in der Nähe des neuen Autohofs in Schwülper, Landkreis Gifhorn.
VW hielt sich gestern noch bedeckt. Sprecher Kolja Bode sagte: „Wir stimmen uns derzeit noch ab. Zu den laufenden Verhandlungen wollen wir uns zum derzeitigen Zeitpunkt aber nicht äußern.“ Heute jedoch werde VW eine Stellungnahme über die Zukunft des Logistikzentrums abgeben.
Bürgermeister Albrecht ist Realist. Er betont auf Anfrage unserer Zeitung, dass an dem Verfahren sehr viele Personen und Institutionen beteiligt seien. „Es sind viele Punkte zu berücksichtigen – und alles hängt noch an vielen seidenen Fäden.“
Die Gemeinde Wendeburg habe erste Gespräche mit Grundeigentümern geführt, bestätigte Albrecht. Vorgesehen sei, dass die Gemeinde die Grundstücke kaufe und dann weiterverkaufe.
Albrecht betonte auch, dass neben Wendeburg noch weitere Standorte geprüft würden. „Wir setzen alles daran, den Zuschlag zu bekommen.“ Denn VW in Wendeburg hätte für die Gemeinde mehrere Vorteile: Gewerbesteuer, Arbeitsplätze, Kaufkraftbindung und eventuell auch Zuzug in die Gemeinde.
Wendeburg ist in den Fokus von VW gerückt, nachdem das Vorhaben in Bechtsbüttel im Kreis Gifhorn gescheitert ist. Wichtig für VW bei der Standortsuche: eine gute Straßen- und Standortanbindung. Harvesse liegt direkt an der Autobahn 2.
In Bechtsbüttel war das Logistikzentrum als zentrales Wareneingangslager für Kaufteile zur Versorgung der Braunschweiger Standorte und als Warenausgangslager für die fahrzeugproduzierenden Werke geplant. Von 160 neuen Arbeitsplätzen war dort die Rede. Und bis zu 600 LKW hätten dort abgefertigt werden können.
Neben Wendeburg ist auch Vordorf im Kreis Gifhorn – wenige hundert Meter Luftlinie von dem ursprünglichen Favoriten Bechtsbüttel entfernt – im Gespräch. Nach Informationen unserer Zeitung hat VW mit privaten Landeigentümern aus Vordorf bereits konkrete Gespräche geführt. Auch Vordorfs Bürgermeister wäre nicht abgeneigt.
Woran ist das Projekt in Bechtsbüttel gescheitert? Dem Vernehmen nach haperte es an der Einigung zwischen Konzern und dem privaten Landeigentümer. Auch die Bürger des Ortes hatten Bedenken angemeldet – wegen Lärm, Licht und Lastwagen.
