Laubentsorgung kostet Stadt um die 200 000 Euro pro Jahr
Peine Die Stadtgärtnerei nimmt mit einem speziellen Sauger das Laub auf und befördert es auf einen LKW. Auch Bürger haben eine gewisse „Räumpflicht“.
PEINE. Für wunderschöne Herbststimmung stehen sie, die gelben, roten und braunen Blätter an Bäumen und Büschen – sie bedeuten aber auch Arbeit. Unser Mitarbeiter Bernd Stobäus sprach mit Oliver Mühe, er ist Leiter der Stadtgärtnerei Peine.
Was machen Sie mit dem Laub?
Da, wo das Laub in den Anlagen liegenbleiben kann, wird es auch da belassen. Der Rest wird über eine Entsorgungsfirma vom Hof der Stadtgärtnerei abgefahren, da das Laub nicht mehr von den städtischen Betrieben kompostiert werden darf.
Wie viel Laub fällt an pro Saison?
Schwer zu sagen. Ungefähr 400 Kubikmeter. Das sind in etwa 20 Container voll.
Gibt es für den Abtransport Spezialfahrzeuge?
Wir haben in der Gärtnerei einen Laubsauger, der das Laub aufnimmt und auf einen LKW befördert. Zudem sind zwei Mähcontainer hinter einem Kleinschlepper im Einsatz, die das Laub aufnehmen und in einem eigenen Behälter sammeln. Begleitend gibt es viel Handarbeit zu leisten, die mit Pustern und Laubbesen erledigt wird. Im nächsten Jahr wird die Stadt einen zweiten, großen Laubsauger anschaffen. Vom Bauwirtschaftshof sind die Kehrmaschinen im Einsatz.
Wie lange sind Sie mit der Laubaufnahme beschäftigt?
Die Laubsaison hat vorletzte Woche begonnen, und wird je nach Witterung bis Mitte Dezember gehen. Im Frühjahr wird dann nochmals nachgereinigt.
Mit wie vielen Leuten sind Sie im Einsatz, wie viele mehr als sonst?
Da andere Arbeiten, etwa Mäharbeiten, weniger werden, wird das sonst dort eingesetzte Personal bei der Laubbeseitigung eingesetzt. Im Durchschnitt sind etwa 12 bis 15 Arbeitskräfte damit beschäftigt.
Was kostet die Laubentsorgung?
Im Schnitt der vergangenen Jahre kostete das Aufnehmen des Laubes – Personal- und Maschinenkosten – etwa 195 000 Euro. Die Entsorgungskosten können wir nur abschätzen, da diese nicht separat dokumentiert werden – ungefähr 10 000 Euro.
Hat Laub auch Gefahrenpotenzial – wer ist etwa verantwortlich, wenn jemand vor der Haustür ausrutscht?
Passieren kann immer etwas. Ausgesprochenes Gefahrenpotenzial hat das Laub nicht, zumal dessen Zustand sehr stark von der Witterung abhängig ist. Vor der eigenen Haustür haben analog zum Winterdienst Bürger Räumpflicht.
Was müssen die Bürger tun – und könnten sie etwas anders machen?
Viele Bürger „beteiligen“ sich an der Laubaktion, indem sie zum Beispiel Laub der Straßenbäume von Geh- und Radwegen räumen und zu Haufen zusammenkehren. Einige entsorgen dabei jedoch auch das Laub und sonstige Grünabfälle vom eigenen Grundstück.
Anwohner haben oft leider kein Verständnis dafür, dass die Laubbeseitigung nicht überall zur gleichen Zeit erfolgen kann. Unsere Möglichkeiten in Bezug auf Maschinen- und Personaleinsatz sind nicht unerschöpflich. So werden die Flächen nach Prioritäten bedient und nacheinander abgearbeitet.
Es gibt aber auch viele Bürger, die den Herbst mögen, den Laubfall als dazugehörig akzeptieren und sich an den Farben erfreuen – und Kinder stöbern und rascheln ohnehin gern durchs Laub.
Muss so ähnlich geräumt werden wie beim Schnee?
Nein, beim Winterdienst gibt es eine klar definierte Verkehrssicherungspflicht mit festgelegten Räumzeiten. So eine gesetzliche Vorgabe gibt es beim Laub nicht.
Was bedeutet die Laubentsorgung für Ihr Team?
Für das Personal ist die Arbeit im Laub wie jedes Jahr anstrengend und körperlich stark belastend.
