Kataster zeigt: Wo fehlen Ärzte und Kinderspielplätze?
Ilsede Wo werden in der Gemeinde Ilsede Ärzte benötigt, wo fehlen Einkaufsmöglichkeiten und Fußgängerampeln, welche Spielplätze werden nicht benötigt?
Antworten auf solche Fragen gibt das Kataster zur Wohnraumerfassung, über das die Politik diskutiert.
„In dem Kataster können gemeindeweit beispielsweise die leerstehenden Gebäude, die Altersstruktur der Bewohner und die Baulücken erfasst werden“, beschrieb Jochen Rienau von einem Hannoveraner Büro für Stadt- und Regionalentwicklung im Ilseder Bau- und Feuerschutzausschuss. Anhand der Daten könnten die erwähnten Fragen beantwortet und eine bedarfsgerechte Gemeindeentwicklung betrieben werden.
Als eine Art „Frühwarnsystem“ bezeichnete Rienau das Kataster, um rechtzeitig Leerstände, Baulandreserven und die Möglichkeiten von Fördermitteln zu erkennen. „Welche Daten erhoben werden sollen, kann die Gemeinde selbst festlegen“, führte er aus. Etliche Daten lägen der Gemeinde bereits vor, andere könnten durch das (ehrenamtliche) Engagement von Bürgern zusammengetragen werden. Auch das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN) helfe bei dem Kataster und bei der regelmäßigen Aktualisierung – die Kosten für das LGLN betragen laut Rienau rund 440 Euro im Jahr.
Dem Experten zufolge will die Gemeinde Lahstedt ein solches Kataster anlegen, Vechelde und Lengede verzichteten, weil „es dort nicht so viele Leerstände gibt“. Ob auch Ilsede ein Kataster bekommen soll, darüber hat der Ausschuss noch nicht entschieden – die Gemeinde ist hoch verschuldet.
„Wir werden prüfen, welche Personalkosten und andere Ausgaben bei einem Kataster auf unsere Gemeinde zukämen“, kündigte Ilsedes Bürgermeister Wilfried Brandes an. Ausschussmitglied Jürgen Basedow-Clark (Grüne) konnte dem Kataster Gutes abgewinnen. „Wir wollen in der Gemeinde einige Spielplätze aufgeben und uns dabei auf weniger Standorte konzentrieren, zudem ist die Ausweisung von neuen Wohnbauplätzen in Groß Ilsede im Gespräch“, erinnerte er – dabei sei das Kataster eine sinnvolle Hilfe.
Zuschüsse etwa für eine Energieberatung für private Wohneigentümer kann sich die Gemeinde laut Brandes allerdings nicht leisten. Sein Stellvertreter im Rathaus, Otto-Heinz Fründt, sagte zu Börsen von Gemeinden, auf denen Private kostenlos im Internet ihre Leerstände anbieten können: „Sie sind aufwendig, die Effekte sind aber gering.“ Zumal die Kommunen keine Vermarktung vornehmen dürften, sondern nur Informationen geben.
Mit dem Kataster wird sich der Ilseder Bau- und Feuerschutzausschuss demnächst erneut befassen.



