Integration – Infos zur Frühförderung nun in drei Sprachen
Peine Ein Informationsflyer zu den Angeboten der Frühberatung bei der Behindertenhilfe ist nun auch auf Russisch, Türkisch und Polnisch erhältlich.
„Frühe Hilfen sind die wirksamsten Hilfen.“ So steht es auf dem Informations-Flyer der Frühberatung und Frühförderung der Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf. Sprachbarrieren sollen dieser schnellen Förderung nicht im Wege stehen. Daher ist der Flyer nun auf Russisch, Türkisch und Polnisch übersetzt worden.
Birgit Graumann, Leiterin der Frühberatung und Frühförderung mit Sitz in Peine, hat das Informationsblatt gestern vorgestellt. Sie sagt: „Bei denjenigen mit Migrationshintergrund, die zu uns kommen, kann mindestens ein Elternteil so gut deutsch, dass man sich verständigen kann.“ Viele seien schon durch den letzten Flyer angesprochen worden, auf dem das Foto eines Kindes mit Migrationshintergrund abgebildet war. „Einige konnten den Inhalt aber nicht verstehen.“
Ein Hindernis, das Graumann und ihr Team vermeiden wollten. Denn eine möglichst frühe Förderung könne Kindern enorm helfen, die eine Entwicklungsverzögerung oder Behinderung haben oder von einer Behinderung bedroht sind.
Wie schwierig es ist, die Fachbegriffe des Informationsblatts zu übersetzen, haben Danuta Kowalska-Jaschek, Tanja Henning-Brandes und Natalie Weisner erlebt. Sie haben ehrenamtlich die Flyer in drei Sprachen übertragen. „Man übersetzt die Texte nicht einfach so nebenbei“, sagt Tanja Henning-Brandes, die Türkisch studiert hat. „Manchmal gibt es kein Gegenstück für das deutsche Wort in der türkischen Sprache. Ich habe mich dann mit Freunden darüber ausgetauscht.“
Auch für die Muttersprachlerin Danuta Kowalska-Jaschek sei es schwierig gewesen, manche polnische Worte genauso wie im Deutschen rüberzubringen. Sie ist Gerichtsdolmetscherin für Polnisch und sagt: „Für jeden Fachbereich bräuchte man einen eigenen ausgebildeten Übersetzer.“
Den Kontakt zu den Übersetzerinnen hat Janet Kielhorn vom Vorstand der Peiner Lebenshilfe hergestellt. Für die gebürtige Britin mit einer mittlerweile erwachsenen behinderten Tochter war das eine Herzensangelegenheit. „Ich hatte das Gefühl, dass da eine Lücke besteht“, sagt sie.
145 Kinder befinden sich derzeit in der Frühförderung, 38 davon kommen aus Familien mit Migrationshintergrund. In der Beratung gibt es bereits eine Mitarbeiterin, die Polnisch und Russisch spricht. Durch die neuen Informationsmaterialien erhofft sich die Frühberatung nun, noch mehr Menschen anzusprechen.
Jeweils 300 Exemplare sind in den drei Sprachen gedruckt worden. „Ich bin froh, dass wir so engagierte Frauen gefunden haben, die unseren Flyer übersetzt haben“, sagt Graumann. Doch noch steht ein Projekt aus: „Wir hätten gerne auch eine arabische Übersetzung, bisher haben wir leider niemanden dafür gefunden.“
•Die Flyer sind bei der Frühberatung und Frühförderung der Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf in der Kunzendorfer Straße 1 a in Peine erhältlich. Sie werden auch in Kindergärten und Arztpraxen ausgelegt.



