Hans-Jürgen Schober ist neuer Polizeichef von Edemissen
Edemissen Der Kriminalhauptkommissar und Triathlet Hans-Jürgen Schober leitet bis Ende April die Polizeistation in Edemissen.
Eigentlich, sagt Hans-Jürgen Schober, könne er auch in Zivil in der Polizeistation sitzen. Als Kriminalhauptkommissar sei eine Uniform keine Pflicht. Doch wer erkenne ihn dann noch? Die Kollegen, keine Frage. Doch bei den Bürgern sehe das schon anders aus. Diese Erfahrung hat auch Thomas Bodendiek gemacht, Polizeichef in Peine: „Auf der Straße ohne Uniform wird man nicht erkannt.“
Gestern jedenfalls bestand kein Zweifel. Schober, neuer Leiter der Polizeistation Edemissen, trug Dunkelblau, Waffe und ein Lächeln im Gesicht. Die Eigenarten von Edemissen? Sein Vorgänger Jürgen Leinz habe ihn im August mit ihnen vertraut gemacht, bevor Schober im September übernahm. Ländlich geprägt, eine andere soziale Bevölkerungsstruktur als beispielsweise in Vechelde oder Ilsede.
Das Ländliche passe zu ihm, sagt Schober. Der 50-Jährige ist in Groß Lafferde auf einem landwirtschaftlichen Anwesen großgeworden. „Da kann man sich besser in die andere Seite versetzen. Man weiß, wie die Menschen ticken.“ Dialog mit dem Bürger. Genau darauf komme es an: „Wir leben von dem Austausch mit den Menschen, davon, dass sie Vertrauen zu uns haben.“ Die Kontakte zu den kommunalen Behörden, Vereinen, Bürgern seien sehr wichtig: „Ein Netzwerk ist unabdingbar, wenn es darum geht, schnell und unkompliziert etwas zu erreichen.“
1978 trat Schober in den mittleren Dienst als Polizeiwachtmeister ein. Die ersten Praktika leistete er in Peine und Ilsede ab. Lange Zeit arbeitete er in Braunschweig, machte seine Ausbildung zum gehobenen Dienst, wechselte zur Kriminalpolizei und bildete im 5. Revier am Madamenweg auch Thomas Bodendiek aus. „Es muss ein bisschen was gebracht haben“, sagte Schober gestern. Es sei ein gutes Zusammenarbeiten gewesen – damals wie heute.
Nach zwei Jahren in Salzgitter und einer einjährigen Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hildesheim kam er 2008 als Dienstabteilungsleiter nach Peine. Dorthin wird er auch wieder wechseln, wenn er Ende April die Leitung in Edemissen aufgibt. Das war von vornherein geplant. Denn bei diesem Einsatz handelt es sich um eine Maßnahme zur Personalentwicklung. Es sei üblich, eine vakante Stelle nicht sofort fest zu besetzen, sondern sie für die Entwicklung von Kollegen einzusetzen. Bodendiek sagte: „Es geht bei Leitungspositionen darum, andere Themen zu bewältigen. Daran soll er sich gewöhnen.“
Herausgefordert hat Bodendiek Schober auch privat: beim Triathlon-Training. „Bodendiek war schuld“, sagt Schober. Schon früher habe er trainiert, aber nicht so intensiv – dieses Jahr bewältigten sie zusammen den „Iron Man“. 3,8 Kilometer schwimmen, 180 Kilometer Rad fahren, 42 Kilometer laufen. Auch für die Arbeit sei das keine schlechte Grundlage: „Eine gewisse Fitness kann auch mal eine Lebensversicherung sein.“



