Hafen Peine – tödlich Verunglückter war noch in Ausbildung
Peine Ein 29-jähriger Auszubildender starb am Dienstag bei einem Arbeitsunfall am Hafen Peine. Er war beim Rangieren allein.
Zwischen eine Werkslok und einen Waggon ist am Dienstagmorgen ein 29-jähriger Arbeiter auf den Gleisen der Deutschen Erz- und Metall-Union (Deumu) am Hafen in Peine geraten. Die Verletzungen des Mannes waren so schwer, dass er nach Notarztversorgung am Unfallort wenig später im Krankenhaus starb. Die Polizei und das Gewerbeaufsichtsamt ermitteln, wie es zu dem Unfall bei der Salzgitter-AG-Tochter kommen konnte.
Fest steht, dass sich der Mann aus dem Landkreis Peine in einer Ausbildung befand und ein zweiwöchiges Praktikum als Rangierer absolvierte. Das bestätigten das Gewerbeaufsichtsamt und die Salzgitter AG.
Bernhard Kleinermann, Sprecher der Salzgitter AG, sagte, dass zwar mehrere Arbeiter vor Ort gewesen seien, aber keiner den Unfall direkt mitbekommen habe. Daher sei schwierig zu bestimmen, wie es zu dem Unfall beim Rangieren gekommen ist.
Auch Ernst-Dietrich Morgener, stellvertretender Leiter des eingeschalteten Gewerbeaufsichtsamts Braunschweig, sprach davon, dass der Verunglückte allein gearbeitet habe. Ein Mitarbeiter des Gewerbeaufsichtsamts hat am Dienstag den Unfall aufgenommen.
Rangierer, die alleine arbeiten, seien Standard, sagte Morgener. „Die Besonderheit in diesem Fall ist jedoch, dass der Verunglückte eine Ausbildung machte.“ Er hätte nur zusammen mit seinem Vorarbeiter arbeiten, auf ihn warten sollen.
Die Einschätzung von Morgener: Im Transportwesen könne auf jedem Bahnhof ein solcher Unfall passieren. Das Amt werde nun die Gefährdungsbeurteilung abwarten, die die Firma vorlegen muss. Konsequenzen für Sicherheitsvorschriften müsse es nicht zwingend geben, sagte Morgener, denn „in der Regel spielt auch menschliches Versagen eine Rolle“. Kleinermann betonte: „Der Mitarbeiter der Deumu ist intensiv geschult worden. Er sei ein geschätzter und sehr motivierter Kollege gewesen.“
Beim Rangieren kam es auf Werksgeländen der Salzgitter AG in den vergangenen Jahren immer wieder zu Unfällen. Christian Mutke, Betriebsratsvorsitzender der Deumu Peine war gestern zu einer Stellungnahme über Sicherheitsniveaus nicht zu erreichen.
Rüdiger Ulrich, Pressesprecher der Polizei Salzgitter, sagte gestern: „Die Zeugen sind noch nicht befragt, das technische Gerät noch nicht überprüft worden.“ Das werde in den kommenden Tagen passieren.
