Gestutzte Süntelbuche macht Platz für die Baugerüste
Lengede Die Lengeder Süntelbuche soll weggezogen werden. So gibt es ausreichend Platz, um für die Sanierung der Kirche ein Baugerüst aufstellen zu können.
Diesmal kann Pastorin Elisabeth Rabe-Winnen damit leben, wenn etwas von der Kirche abrückt. Am Freitagnachmittag soll der Baum endgültig weichen – aber nur ein bisschen.
Eigentlich wollte der Künstler Levi Lewandowski am Donnerstag den kranken Baum komplett vom Gelände vor der evangelischen Kirche entfernen. Doch er musste den Transport absagen. Der Tieflader sei bereit, aber der Bagger zum Ausgraben der Wurzeln wegen eines Schadens nicht einsatzbereit gewesen, berichtete der Künstler unserer Zeitung.
Die Gemeinde Lengede hatte ihre Hilfe zugesagt. Ursprünglich sollte die Süntelbuche, auf einem Gemeindegelände zwischengelagert werden. Sie muss mindestens ein Jahr trocken liegen, bevor sie zu einem Kunstwerk aus Holz gemacht werden kann.
Doch Levi Lewandowski entschied am Donnerstag, nachdem der Bagger ausgefallen war, dass es noch eine andere Lösung gibt: Heute soll die Süntelbuche etwas beiseite gezogen werden. Als Vorbereitung wurde der Baum gestern gestutzt.
Zu einem Kunstwerk soll die Süntelbuche in einem neuen Domizil für Künstler und Handwerker werden: Levi Lewandowski will die alten Hansen-Werke bei Woltwiesche kaufen und ausbauen. Die Süntelbuche soll dort bearbeitet werden. Durch die Rückeaktion heute wird ein Transport gespart. „Sie kann dann später direkt zu den Hansen-Werken“, so der Künstler.
Wo der Baum stehen wird, wenn er vom Naturdenkmal zum Holzkunstwerk geworden ist, ist noch offen. Elisabeth Rabe-Winnen teilte am Donnerstag auf Nachfrage mit, dass der Kirchenvorstand mit Levi Lewandowski deswegen Kontakt halten werde.
„Wir haben seit Jahren im Kirchenvorstand darüber gesprochen“, betonte die Pastorin. Die Süntelbuche sei ein schöner und bedeutender Baum gewesen. „Wir haben ihn so lange wie möglich als Naturdenkmal liegen gelassen.“
Die nötigen Arbeiten an der Bausubstanz der Kirche hätten der Süntelbuche aber schließlich ein zeitliches Ende an ihrem angestammten Platz vor der Kirche gesetzt. Pastorin und Mitglieder des Kirchenvorstandes seien froh, dass der Baum als Kunstwerk weiterlebe.
Der Kirchturm muss eingerüstet werden. Im Innern müssen Decken und Balken ersetzt werden. An der Außenseite sind über kurz oder lang Arbeiten am Mauerwerk nötig.
Das werde mehr als 500 000 Euro kosten und unter anderem durch Mittel der Landeskirche und des Kirchenkreises finanziert, teilte Elisabeth Rabe-Winnen mit. Und sie betonte: „Nahe der alten Süntelbuche ist Anfang diesen Jahres eine neue Süntelbuche gepflanzt worden. Wer weiß, vielleicht wird sie einmal so groß und schön wie die alte.“
