Freundeskreis: „Griechen waren froh über unseren Besuch“
Peine Viele positive aber auch negative Eindrücke schilderte Mitglieder des Freundeskreis Peine-Tripolis von ihrer Reise in die griechische Partnerstadt.
Eine Delegation aus elf Fachkräften und Mitgliedern nahm kürzlich gemeinsam mit Vertretern aus Cypern an einer Konferenz in Tripolis teil. Statt Politikern reisten Ansprechpartner verschiedener Fachbereiche an, um Hilfestellungen zu geben.
Finanziert wurde der Besuch von den Teilnehmern und dem Freundeskreis, was Peines Bürgermeister Michael Kessler als „sehr großzügig“ lobte. „Peine war angemessen vertreten“, ergänzte er.
Auf der Tagesordnung der Konferenz standen zahlreiche Workshops, die sich schwerpunktmäßig mit den Themen Tourismus und Umwelt befassten. „Unser Ziel war es, nachhaltig zu helfen. Wir konnten fundierte Vorträge präsentieren und das Interesse der Teilnehmer war groß“, fasste Gerhard Monitzkewitz, Vorsitzender des Freundeskreises, zusammen. Er berichtete von „schwierigen Bedingungen“, denen die Bevölkerung gegenüberstehe.
Speziell die dramatische finanzielle Situation der griechischen Bevölkerung machte die Vertreter aus Peine betroffen. „Das Einkommen vieler Menschen hat sich drastisch reduziert, teilweise sogar halbiert. Wir sprechen von 600 bis 800 Euro Durchschnittsgehalt bei einem ähnlichen Preisniveau“, berichtet Gerhard Monitzkewitz. „Die Leute sind verzweifelt und wissen nicht, wie es weitergehen soll.“ Dramatisch sei auch die Perspektivlosigkeit der Jugend. „Das Wissen aus der Schule reicht nicht für ein Studium. Es gibt kaum eine Chance auf Ausbildung. Die Zahlen sind bedrohlich“, berichtet Thomas Severin. Dass da einige resignieren, sei verständlich.
Dementsprechend emotional wurden die Workshops geführt. „Viele sagten: uns fehlen die Ideen“, erzählte Roland Mainka, Schriftführer des Freundeskreises. „Es ist schwierig: Man möchte nicht als Oberlehrer da stehen. Glücklicherweise empfinden das die Griechen in Tripolis nicht so, sondern sind sehr dankbar für die Vorschläge.“
Ziel der Partnerschaft könnte deshalb sein, griechische Partner nach Peine zu holen, um dort im Verwaltungsbereich zu lernen. „Das können wir uns gut vorstellen und auch leisten“, sagte Bürgermeister Kessler. Direkte finanzielle Hilfe schlossen die Beteiligten gestern hingegen aus. Das Wichtigste sei, Gesprächspartner und Know-How zu vermitteln sowie Netzwerke aufzubauen.
Interessenten, die den Freundeskreis Peine-Tripolis unterstützen wollen, können sich unter Monitzkewitz@web.de oder (0 15 1) 25 21 37 67 melden.



