„Es gibt ein breites ‚Bauchgefühl‘ in Richtung Braunschweig“
Vechelde Vecheldes Bürgermeister Hartmut Marotz sagt: „Im Vechelder Interesse liegt es zu sagen, erst einmal bleiben wir beim Landkreis Peine.“
Käme es zu einer Landkreis-Fusion mit Hildesheim, sei er für einen Verbleib Vecheldes im Fusionskreis.
Obwohl die Gemeinde beim Landkreis Peine in den letzten 40 Jahren, was die kommunalen Leistungen angehe, sehr gut aufgehoben gewesen sei, gebe es unbestritten ein breites „Bauchgefühl“ der Vechelder in Richtung Braunschweig. „Ich glaube allerdings, dass die Einwohner nicht wissen, dass sie eventuell die Eigenständigkeit ihrer Gemeinde verlören. Sie hätten damit einen Status wie die 1974 eingemeindeten früher eigenständigen Gemeinden um Braunschweig, wie Watenbüttel, Wenden oder Broitzem.“ Sie würden durch einen Stadtbezirksrat vertreten, der weniger Einfluss hätte als die Ortsräte in der Gemeinde Vechelde, so Marotz. Die bisherigen Ortsräte gäbe es nicht mehr. „Das kann nicht unser Ziel sein.“
Wenn eine Region Braunschweig als erweiterter Großkreis um Braunschweig nicht zustande käme, stelle sich die Frage, warum der funktionierenden Landkreis Peine in Frage gestellt werden solle. Er erfülle für seine Bürger alle dem Kreis obliegenden Aufgaben.
Zu den Überlegungen des Gutachters Joachim Jens Hesse, die Landkreise Hildesheim und Peine sollten fusionieren, sagt Marotz: „In diesem Fall würde ich mich für die Zugehörigkeit der Gemeinde Vechelde zu einem solchen Fusionslandkreis aussprechen. Denn es würde sich für die Bürger nichts ändern.“ Die Landespolitik habe dafür zu sorgen, dass die räumliche Bürgernähe für Verwaltungsdienstleistungen in Peine erhalten bliebe.
„Vorrang hätte für eine Kreisreform eine Region Braunschweig – Großkreis um Braunschweig – und zwar für die überkreislichen Marketingmaßnahmen der Region im Auftritt gegenüber großen Wirtschaftsunternehmen und Europa.“ Möglicherweise sei dies auch durch einen gestärkten und durch Direktwahl demokratisch legitimierten Großraumverband zu erreichen.
Für das Gebiet von Vechelde selbst gebe es keine Fusions-Notwendigkeit. Die Gemeinde sei mit rund 16 000 Einwohnern auch im Braunschweiger Umland eine der größten Gemeinden. „Die Gemeinde Vechelde ist aufgrund ihrer konsolidierten Finanzsituation in der Lage, die Aufgaben für ihre Bürger in vollem Umfang zu erfüllen.“ Im Zusammenhang mit einer Kreisreform könnte die Gemeinde Vechelde zusätzliche Aufgaben, zum Beispiel die KFZ-Zulassung und Baugenehmigungen, übernehmen.
Was Ortsbürgermeister aus Vechelde über die Fusionspläne denken, lesen Sie in der Print-Ausgabe vom 6. November.
