„Einige große Marken würden nach Peine kommen“
Peine Die Situation des Einzelhandels in Peine ist schwierig. Bürgermeister Michael Kessler äußert sich dazu im Interview mit unserer Zeitung.
Eine nicht repräsentative Umfrage unserer Zeitung unter Besuchern und Einzelhändlern zeigte: die Peiner sehen ihre Fußgängerzone kritisch.
Herr Kessler, unsere Leerstandszählung im Oktober ergab zehn freie Gewerbeflächen zwischen historischem Marktplatz und City-Galerie, der Haupt-Einkaufsmeile der Innenstadt. Sind Sie damit zufrieden?
Ich bestreite nicht, dass es größere Leerstände gibt, das ist in den meisten Städten so. Aktuell ist die Situation aber so, dass sich die Leerstände bis auf eine Ausnahme – die ehemalige Nordsee-Filiale – immer wieder füllen. Es ist kein Leerstand, der sich verfestigt hat. Selbst Leerstände wie das ehemalige Modehaus Diekmann sind vermietet. Auch der ehemalige Bon Prix wird sich in Kürze wieder füllen. Für das alte Rathaus sind die Verträge bereits unterschrieben – mehr kann ich derzeit noch nicht sagen.
Welche Probleme gibt es aus Sicht der Stadt, Leerstände zu beseitigen?
Viele Häuser in der Innenstadt gehören nicht mehr Peinern und oft auch nicht Einzelnen. Wenn Erben sich nicht gegenseitig ausbezahlen können, werden die Immobilien oft an Konzerne verkauft. Und diese haben keinen großen Druck zu vermieten. Kosten wie Grundabgaben oder Reinigung der Fußgängerzone sind für diese Firmen kein so großer Faktor. Die lassen ein Objekt lieber längere Zeit leer stehen als Abstriche beim Mietpreis hinzunehmen.
In unserer Umfrage wurde von Einzelhändlern kritisiert, es fehle an zugkräftigen Mietern in der Innenstadt, insbesondere der City-Galerie. Mehrere wünschten sich beispielsweise eine „H&M“-Filiale. Kann die Stadt auf die Angebotspalette Einfluss nehmen?
Starke Marken akzeptieren oft ausschließlich die besten Lagen, 1a-Lagen. Das ist in Peine in etwa zwischen Härke-Ausschank und Jakobi-Kirche, vielleicht noch bis zum Marktplatz. Entscheidendes Kriterum ist dabei die Besucherfrequenz. Das Problem: In dieser Lage sind die Flächen in der Regel nicht ausreichend groß. Es gibt daher einige Marken, die wir gern ein der Stadt hätten und auch einige, die gerne kommen würden. Auch „H&M“ ist interessiert – und würde die Stadt sicher insgesamt stärken. Derzeit steht aber die nötige Fläche für dieses Unternehmen nicht zur Verfügung.
Auf die Laden-Struktur in der City-Galerie hat die Stadt keinen Einfluss. Wenn ich das aber mit dem Zustand davor, dem alten Knolle-Haus, vergleiche, ist die Galerie doch eine deutliche Verbesserung. Auf den Branchenmix dagegen nimmt die Stadt durch ihr Einzelhandelskonzept Einfluss. Dort steht, welche Angebote notwendig sind und welche wir gerne hätten.
Das komplette Interview lesen Sie in der Print-Ausgabe vom 6. November.


