Ein Löwe im Großformat sucht ein schönes Zuhause
Ilsede Er ist in Vergessenheit geraten – der riesige Löwe. Nun hat die Gemeinde Ilsede das Ölgemälde mit dem Tier vom Dachboden des Rathauses hervorgekramt.
Prompt will sich der Ilseder Kulturverein dieses zwei Meter breiten und 2,40 Meter hohen Bildes mit dem gemeindlichen Wappentier annehmen. „Ich gucke mir das Gemälde an“, versichert Vereinsvorsitzender Manfred Unruh. „Vielleicht können wir es in unserem Büro unterbringen“ – es befindet sich im Kompetenzzentrum Neue Medien (Komed) auf dem Hüttengelände. „Ich wusste gar nicht, dass uns das Löwenbild gehört“, versichert Unruh.
Sphärische Bassklänge
Wie ist das Rathaus zu seinem „Löwen“ gekommen? Vor fast 30 Jahren hat der Kulturverein dieses fast schon monumentale Werk des Künstlers Norbert Molenda gekauft; in der Gemeindeverwaltung wurde es aufgebaut. An die Übergabe des Bildes im Rathaus im November 1984 kann sich Verwaltungsmitarbeiter Uwe-Jens Kleis noch genau erinnern: „Aus einem Kassettenrekorder drangen indische, esoterische Klänge.“ Molendas Freund Lutz Wiedemann sorgte für sphärische Bassklänge.
Löwenfest übermalt
Ursprünglich hat das Gemälde eine Szene von dem Ilseder Löwenfest – dem Dörferfest der Gemeinde Ilsede – im Jahr 1984 gezeigt. „Doch bei der Übergabe fing Norbert Molenda plötzlich an, das Bild zu übermalen – mit einem großen Löwen“, spricht Kleis von verdutzten Zeugen dieses Spektakels: „Das war eine gute Performance – so etwas kommt auch nicht jeden Tag in einem Rathaus vor.“ Molenda war seinerzeit 28 Jahre alt und wohnte in Ölsburg; wo er heute lebt, ist unbekannt – jedenfalls nicht mehr in der Gemeinde Ilsede.
Etliche Jahre – bis Mitte der 1990-Jahre – befand sich der „Löwe“ an seinem angestammten Ort im Obergeschoss des Rathauses. „Dann wurden in dem Zimmer allerdings Sitzplätze für Rathausbesucher sowie ein großer Akten- und Archivschrank aufgebaut: Für das Bild war somit kein Platz mehr“, schildert Kleis. Irgendwie verschwand das Bild daraufhin in der Versenkung – sprich auf dem Dachboden des Rathauses: Dort „schlummerte“ der Löwe, bis unsere Zeitung die Frage gestellt hat: „Was ist eigentlich aus dem ,Löwen’ geworden?“
Diese Frage ist beantwortet, doch es bleibt die Frage, wo das „arme Tier“ eine angemessene Bleibe findet: Viel deutet nun aber auf das Büro des Kulturvereins hin.

