Ehemalige Hofstelle wurde wieder zur Kleinkunstbühne
Bodenstedt Das Konzert in Bodenstedt stand unter dem Titel „Herbsteszeit ist Liederzeit“ - zu hören waren Sängerin Thedotia Hartman und Hans-Dieter Meyer-Moortgart.
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten wurde der „Salon“ im ersten Stock der ehemaligen Hofstelle Bodenstedt, die jetzt vom Bürgerverein „ZeitRäume“ betrieben wird, zur Kleinkunstbühne. Und wiederum waren alle 60 Stühle besetzt.
Hieß im September das Motto „Von Moskau bis zum Broadway“, so stand das Konzert diesmal unter dem Titel „Herbsteszeit ist Liederzeit“. Man hätte das Wort „Wartezeit“ hinzufügen müssen, denn Hans-Dieter Meyer-Moortgart, der am Klavier zu hören sein sollte, fehlte noch. Die Wartezeit überbrückte Vecheldes Bürgermeister Hartmut Marotz launig parlierend wie ein erfahrener Conférencier. Kaum hatte er nach 20 Minuten das Publikum gefragt: „Ist unter Ihnen ein Pianist?“, da erübrigte sich die Antwort. Denn Hans-Dieter Meyer-Moortgart kam hurtigen Schrittes herein: „Sorry, in meinem Kalender war der Konzertbeginn eine halbe Stunde später eingetragen.“
Nun galt es, die Zuhörer, die in dem kühlen Salon mit Wohlklängen zu erwärmen. Dies gelang vor allem deshalb, weil Thedotia Hartman, eine in Bortfeld lebende Amerikanerin, bekannte und beliebte Titel sang. Dazu gehörten unter anderem das „Lied der Mignon“ und „Am Brunnen vor dem Tore“ von Franz Schubert, „O Täler weit, o Höhen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy und „Es muss ein Wunderbares sein“ von Franz Liszt.
Nachdem sich die Zuhörer in der Pause in der beheizten Cafeteria im ehemaligen Pferdestall gestärkt hatten, sang Thedotia Hartman das Lied „Auf der Heide blüh’n die Rosen“ von Robert Stolz so wunderbar anrührend, dass einige Zuhörerinnen mitsummten. Hans-Dieter Meyer-Moortgart erwies sich als routinierter und sensibler Begleiter am Klavier. Thedotia Hartman gefiel mit ihrem voluminösen Sopran. Nach dem „Amazing grace“ schollen ihr „Bravo“-Rufe entgegen. Das Publikum dankte mit Klatschmärschen und erhielt drei Zugaben. Der Konzertabend klang mit drei Sahnehäubchen aus: mit „My way“, das durch Frank Sinatra zu einem Welthit wurde, mit „In mir klingt ein Lied“ (Frederic Chopin) und mit dem „Wiegenlied“ von Johannes Brahms.
