Diskussionen um Baugebiet – Wahler fürchten mehr Verkehr
Wahle Weicheres Trinkwasser aus dem Harz und die Größe des Baugebietes Auestraße – das waren die beiden Hauptpunkte der Einwohnerversammlung in Wahle.
„Mich überzeugt das hier auch nicht“, kommentierte Bürgermeister Hartmut Marotz wie mehrere andere der 80 Bürger im voll besetzten Dorfgemeinschaftshaus die Informationen zur Trinkwasserversorgung. Zuvor hatte Ingenieur Dierk Langner vom Wasserverband Peine eine gute halbe Stunde zum Thema Trinkwasserversorgung in Wahle referiert und Fragen beantwortet.
Anhand von Grafiken erklärte er den Sachverhalt: „Während alle Ortschaften der Gemeinde Vechelde weiches Wasser aus dem Harz bekommen, werden Fürstenau und Wahle noch aus dem Wasserwerk Wehnsen mit kalkhaltigerem Wasser versorgt.“ Das weiche Wasser sei nicht besser, aber beliebter, weil es weniger Kalkränder bilde, bestätigte Langner.
Deshalb hatten viele Wahler gegen die Wasserversorgung protestiert. Qualität lasse sich aber nicht am Kalkgehalt messen, so der Ingenieur. Die Versorgung mit Harzwasser sei in Wahle aus technischen Gründen nicht möglich.
„Auch ich möchte, dass die Wahler das weiche Wasser bekommen“, griff Bürgermeister Hartmut Marotz in die Diskussion ein. Ein entsprechender Antrag beim Wasserverband sei aber mehrheitlich abgelehnt worden. Abschließend sagte er: „Es ist für mich sehr ärgerlich, dass ich die Wahler nicht zufriedenstellen kann.“ Er wünschte sich, dass sich Mitglieder des Vorstands des Wasserverbandes der weiteren Diskussion mit den Wahlern stellen.
Turbulenter ging es dann im zweiten Teil der Bürgerversammlung zu. Streitpunkt war die Frage, ob in dem geplanten Wohngebiet Auestraße 70 oder 90 Bauplätze ausgewiesen werden sollen. Vor der Diskussion stellte ein Ingenieurbüro die Planungen vor (siehe Grafik). „Es geht um die schnelle Erreichbarkeit der Grundstücke, aber auch um beruhigtes Wohnen“, erklärte Thomas Görner vom Ingenieurbüro. Außerdem sei eine Grünfläche, zum Beispiel ein Kinderspielplatz, eingeplant.
Mehrere Bürger befürchteten eine erhebliche Erhöhung des Verkehrs vor allem auf der Auestraße, die von zahlreichen Verkehrsteilnehmern auf dem Weg nach Braunschweig genutzt wird. Durch ein größeres Wohngebiet könnte zudem der dörfliche Charakter der Ortschaft zerstört werden, kritisierten mehrere Teilnehmer.
Nach kontroverser, teils heftiger Diskussion wurde die Forderung, die Anzahl der Plätze auf 70 zu reduzieren, jedoch nicht mehr geäußert – es blieben aber auch viele Fragen offen.
