Diskussion zur Zukunft der Berkumer Deponie
Berkum Kritische Fragen zur Nutzung der Deponie Berkum bei einer Podiumsdiskussion. Die neuen Betreiber standen Rede und Antwort.
Fünfzig Gäste nutzten die Gelegenheit, sich bei Vertretern der beiden neuen Deponie-Betreiber Hildesheimer Umweltdienste Kedenburg und der Bremer Heilit Umwelttechnik im Peiner Forum über das Projekt zu informieren und ihre Sorgen zu diskutieren. Es ging zum Beispiel um zusätzlichen Lärm, Verunreinigung des Grundwassers und der Felder, um Staubemissionen und Verkehrsbelastung.
„Im Falle einer Genehmigung ist ein Betrieb dieser neuen Lagerstätte, die etwa 2014 starten soll, über zwölf bis fünfzehn Jahre geplant“, sagte Heinemann, Geschäftsführer der Umweltdienste Kedenburg. Dann würden nach derzeitigen Planungen etwa zwei Lastwagen pro Stunde zwischen 6 und 18 Uhr wochentags Material auf die Deponie anliefern. Die Laster würden zwar nicht durch die Ortschaft Berkum fahren, wohl aber über die umliegenden Bundes- und Kreisstraßen. Geplant sei auch eine Anlieferung über den Mittellandkanal.
„Auswirkungen der Deponie auf Umwelt und Menschen werden mit den Mitteln der modernster Technik und nach rechtlichen Bestimmungen geprüft“, ging Gutachter Jürgen Röhrs grundsätzlich auf die Bedenken der Zuhörer ein. Thomas Mock, Ingenieur der Umweltdienste, verwies darauf, dass sein Unternehmen bereits eine Deponie ähnlicher Art in Sarstedt betreibe und es dort keine Schwierigkeiten gebe. „Wer möchte, ist gern eingeladen, sich dort ein Bild zu machen“, sagte er.
Darüber hinaus ging Heinemann auf die grundsätzlichen Überlegungen zur Deponieumstrukturierung ein: „Die von Peiner Träger in Auftrag gegebene Abdeckung des Geländes mit Planen wegen Altlasten – hier lagert giftiger Abfall aus dem Stahlwerk – wurde durch den Verkauf zunächst auf Eis gelegt“, erklärte er rückblickend.
Jetzt sei eine Verkapselung der gesamten Deponie auch unterhalb der alten Einlagerungen vorgesehen, knüpfte Dirk Brozio von der Heilit Umwelttechnik an. Zur Finanzierung diene die Umwandlung als Bauschuttdeponie. Und eine solche Lagerstätte sei für die vorgesehene Zeit in der Region Peine dringend notwendig.
Und ein Blick in die weite Zukunft. Heinemann: „Nach Betriebsende könnte das Gelände renaturiert und eine Freizeitanlage errichtet werden.“ Denkbar sei etwa eine Golf-Anlage, ein Wildnis-Spielplatz oder ein barocker Irrgarten.
Eine weitere Podiumsdiskussion zur Deponie Berkum findet am 12. November, 18 Uhr, im Forum Peine statt.

