Bierkeller in Vallstedt muss schon 258 Jahre existieren
Vallstedt Nach dem Erwerb des heutigen Mietshauses auf dem Gelände Am Norddoor entdeckte der neue Eigentümer ein mächtiges Kellergewölbe.
Nachdem Axel Fasterling das Mietshaus Am Norddoor im Mai mit seiner Frau Meike gekauft hatte, bemerkte er im Flurbereich unter der Treppe eine kleine Holztür. Dahinter verbarg sich kein Schatz aber ein größeres Kellergewölbe mit rund 18 Quadratmetern, das bestimmt Geschichten erzählen könnte. Also mit Recht ein besonderer Fund.
Anhand alter Grundstückskarten aus der Ortschronik von Alfred Behm kann Fasterling nachweisen, dass der Keller bereits 1754 existiert haben muss. „Zumindest ist das Gebäude zu dem der Keller gehört so alt“, ergänzt er. Es müsse seiner Meinung nach auch ein Hausumbau stattgefunden haben, denn Zimmerleute hätten 1782 einen Hausspruch ins Gebälk vermerkt, der rund 30 Meter lang sei.
Der mit Spinnengewebe verhangene Weg hinunter führt durch eine kleine Öffnung. Ein paar Steinstufen ebnen den Weg. „Ohne Gummistiefel läuft hier gar nichts“, erklärt der Besitzer. Denn der Boden ist durch das ständig eindringende Grundwasser knöcheltief verschlammt, der Raum kaum 1,30 Meter hoch. Nur gebückt kann man ein paar Schritte gehen. Fasterling leuchtet mit einer Taschenlampe das aus sogenanntem Bruchstein gebaute Steingewölbe aus. Um gegen das Grundwasser anzukämpfen, ist eine Tauchpumpe im Einsatz, die das Wasser in den Garten ableitet. Die Fugen zwischen den mächtigen Steinblöcken sind schon ausgespült. Eine komplette Trockenlegung komme dem Eigentümer zufolge wohl kaum infrage, da diese Maßnahme den finanziellen Rahmen sprengen würde.
Aber was mag sich einst in dem Keller befunden haben? „Ich denke, es handelt sich hierbei um einen alten Bierkeller, in dem schwere Holzfässer gelagert worden sind. Denn früher gab es keine Kühlschränke und somit kaum andere Möglichkeiten, Getränke oder Lebensmittel kühl zu lagern und damit haltbarer zu machen. Also ein echter Lagerraum“, berichtet Fasterling, der sich auch die Mühe gemacht hat, in älteren Vallstedter Chroniken zu blättern, um die ursprüngliche Nutzung herauszufinden. Dabei stieß er auf Hinweise, dass in Vallstedt nachweislich neben den einstigen Gastwirtschaften „Zum Holzwurm“ (1969), „Zum Dorfkrug“ (bestand mehr als 200 Jahre, ehemaliges Grundstück des heutigen Zahnarzthauses) und „Grüne Allee“ (1886) auch zahlreiche sogenannte Schankstuben mit Bierkellern existierten, in denen sich die Menschen zum Klönen trafen und sich austauschen konnten.
Zurzeit wird das historische Gebäude im Innern renoviert und zur Vermietung hergerichtet. An dem gut erhaltenen Keller will Axel Fasterling vorerst nichts ändern.

