Bericht aus Frankreich: „Schwimmen kann man nicht mehr“
Woltwiesche Ein Hauch von Spätsommer ist im Landkreis Peine zu vernehmen. Lara Weber aus Woltwiesche schreibt per Mail von dort, wo es immer noch warm ist.
Die 16-Jährige lebt bis Dezember bei einer Gastfamilie in Sausset-Les-Pins in der Provence in Frankreich. Sie geht dort auch zur Schule. Für unsere Zeitung berichtet sie, wie es ihr ergeht.
„Ich habe mich mittlerweile an alles gewöhnt und langsam kehrt der Alltag ein“, schreibt Lara per Mail. Trotzdem gebe es immer wieder Neues zu entdecken und zu erfahren („Karatestunden, Essen, Hafen in Sausset und auch in der nächst größeren Stadt Martigues“).
Im Politikunterricht sei gerade das politische System in Frankreich drangewesen. „Außerdem gibt es in meinem Gymnasium hier einen Literaturclub, an dem ich bereits einige Male teilgenommen habe.“
Gab es etwas Besonderes? Dazu schreibt Lara: „Das war ein Protest wegen Überwachungskameras in den Gängen der Schule. Die Schüler blockierten den Eingang zur Schule, so dass Clédia und ich dann den Bus nach Hause genommen haben und einen freien Tag hatten. Eigentlich ist aber jeder Tag in der Fremde ein besonderes Erlebnis.“
Mit der französischen Sprache komme sie immer besser zurecht. „Ich träume noch nicht, aber denke oft auf Französisch.“
Das Wetter sei sehr schön. „Die Sonne scheint oft, und es ist relativ warm (22 Grad). Schwimmen kann man allerdings nicht mehr.“
Was macht das Heimweh, wollten wir noch von Lara erfahren. Was vermisst sie? „Am meisten fehlen mir meine Familie und Freunde und auch meine Bücher. Ich konnte leider weder Personen noch mein ganzes Regal mitnehmen.“
Zum Schluss wollten wir noch wissen, was schon etwas französisch an Lara Weber aus Woltwiesche geworden ist. Dazu schreibt sie: „Ich frühstücke weniger und benutze eine Tasse ohne Henkel (un bol). Vielleicht esse ich auch bereits langsamer. Ich habe auch einige umgangssprachliche Wörter gelernt, die einen ein wenig französischer wirken lassen. Ansonsten habe ich mich nicht sehr verändert.“



