Aufregung um „die neue Art von Tankbetrug“
Bortfeld Wer tankt, sollte immer genau darauf achten, welche Zapfsäule er benutzt hat: Das hat ein Mann aus Bortfeld (Landkreis Peine) nun lernen müssen.
„Das war mein Fehler“, sagt der Mann. An einer Tankstelle in Watenbüttel hatte ein anderer seine Rechnung bezahlt. Der Bortfelder legte 15 Euro drauf, bekam sein Geld aber inzwischen zurück.
Für 25 Euro hatte der Bortfelder seinen Smart mit dem Kraftstoff E 10 betankt, dies an der Zapfsäule 5. „Als ich die Rechnung zahlen wollte, sagte der Tankwart, dass die 5 schon bezahlt sei“, berichtet er. „Ich hatte das Geld schon abgezählt in der Hand und habe dem Kassierer erklärt, dass ich aber doch an der 5 getankt habe“. Der Kassierer widersprach, verwies darauf, dass die 5 grün, also bezahlt, sei, die 3 aber noch rot. „Und er meinte noch, dass ich vermutlich die Euro-Summe mit der Liter-Zahl verwechselt habe“, sagt der Bortfelder weiter. Er sei irritiert gewesen, habe sich überrumpeln lassen und die 40,20 Euro von Zapfsäule 3 schließlich bezahlt. Hinter ihm hätten auch die weiteren Kunden gedrängelt. „Es war Hochbetrieb an der Tankstelle, eine Riesenschlange stand hinter mir.“
Draußen dann vergewisserte er sich: Sein Wagen stand an Zapfsäule 5, somit war klar, dass er die verkehrte, höhere Rechnung bezahlt hatte. „Der andere, der meine Rechnung bezahlt hatte, war schon weg.“ Der Bortfelder unternahm einen Versuch, die Differenz zurückzubekommen. Der Kassierer habe Rücksprache bei seinem Vorgesetzten gehalten. Die Antwort: „Nein.“
Um sicherzugehen, hakte der Bortfelder bei Polizeibeamten nach, die in der Nähe bei einem Unfall waren. „Sie rieten, dass ich mir einen Anwalt nehme“, angesichts seines Schadens und des zu erwartenden Rechtsstreits wolle er dies aber nicht tun. Der Ärger bleibt. „Das kann doch alles überhaupt nicht wahr sein. Ist das die neue Art von Tankbetrug?“
Es komme immer wieder vor, dass Kunden wegfahren, ohne ihre Rechnung zu bezahlen, räumt Shell-Pressesprecherin Cornelia Wolber ein. Tankbetrug zeige das Unternehmen an, die Polizei ermittle dann. Der geschilderte Fall sei jedoch „die absolute Ausnahme“. Demjenigen, der die 25 Euro des Kunden aus Bortfeld bezahlt habe, wolle sie nun nicht ausdrücklich bösen Willen unterstellen. Sieht sie eine Möglichkeit, dem Bortfelder Kunden die Differenz zurückzuerstatten? „Wenn es wirklich nachweislich ist, wäre es eine Kulanzfrage“, sagt Cornelia Wolber. Ein Rat der Shell-Pressesprecherin, um solche Situationen zu vermeiden: „Man sollte sich genau die Nummer der Zapfsäule merken und auch den zu zahlenden Betrag.“
Zwei Tage nach dem Vorfall die erfreuliche Nachricht für den Bortfelder: Shell erstattete ihm die 15 Euro zurück.



