Wie man Verschwendung von Lebensmitteln vermeiden kann
Helmstedt Um für mehr Wertschätzung für Lebensmittel zu werben, veranstalteten die Landfrauen einen Kinoabend mit Diskussion. Gezeigt wurde „Taste the Waste“.
Eine Tonne mit vermeidbarem Müll lag kürzlich vor dem Kino am Helmstedter Holzberg – damit warben die Landfrauen des Kreisverbands Helmstedt für mehr Wertschätzung von Lebensmitteln. Sie hatten eingeladen zur Vorführung des Films „Taste the Waste“. Eine Diskussion schloss sich daran an
Die Zuschauer zeigten sich nachher betroffen vom im Film dokumentierten Ausmaß der Lebensmittelverschwendung: Von den 82 Kilogramm, die pro Person und Jahr in Deutschland weggeworfen werden, seien 53 vermeidbar, hieß es.
Welche Möglichkeiten sich bieten, diese Verschwendung zu reduzieren, darüber diskutierten im Anschluss die Teilnehmer der Podiumsdiskussion mit den Zuschauern.
Die Moderatorin der Diskussionsrunde, Beatrix Flatt, Ernährungswissenschaftlerin und freie Journalistin, resümierte, dass Preis und Wert von Lebensmitteln heute nicht mehr übereinzustimmen scheinen. Mit dieser These bat Flatt dann die geladenen Vertreterinnen aus Landwirtschaft, von Kirche, der Tafel und den Landfrauen um Stellungnahme.
Ursel Grundmann von der Tafel wies darauf hin, dass es vor allem wichtig sei, das eigene Verhalten zu reflektieren. Viele Menschen schmissen Lebensmittel weg, weil sie gar nicht mehr gelernt haben, wie diese verarbeitet oder zubereitet werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum würde in vielen Fällen als Verfallsdatum betrachtet.
Auch Pfarrerin Ina Naumann-Seifert aus Offleben mahnte einen bewussteren Umgang mit Lebensmitteln an.
Es sei unerträglich, dass 40 Prozent der Lebensmittel in Deutschland in den Müll wandern, während in anderen Ländern Nahrungsmangel herrsche.
Die Kreisvorsitzende der Landfrauen Catarina Köchy wies darauf hin, dass Landfrauen nicht nur anprangern wollen. Neben der Forderung, dass Alltagskompetenzen – zu denen zweifellos auch das Kochen und Einkaufen gehören, – wieder als Fach in der Schule eingeführt werden sollten, geben die Landfrauen auch zahlreiche Tipps zur kreativen Resteküche und praktische Anregungen zur Lebensmittel-Müllvermeidung.
Angestoßen durch die Idee von Beatrix Flatt mit Partnern vor Ort aktiv zu werden, vereinbarten Pfarrerin Naumann-Seifert und die Landfrauenvorsitzende Catarina Köchy, eine „Kochstunde“ mit Konfirmanden, bei der ausschließlich mit Resten gekocht werden solle.

