Wenn A2-Abfahrten zugeparkt werden, kann Schlimmes passieren
Helmstedt Gefahren lauern auf Autobahn-Rastanlagen, die nachts von LKW-Fahrern zugeparkt werden. Ein Leser konnte jetzt einen Auffahrunfall knapp vermeiden.
Der Leser aus Helmstedt steuerte in der Nacht zu Donnerstag seinen Wagen in die Abfahrt zur A2-Rastanlage Helmstedt-Süd. Ein geparkter Lastzug habe dort im Dunkeln mit dem Heck die Abfahrtspur fast komplett blockiert, berichtete uns der Leser. „Ich konnte meinen Wagen gerade noch herumreißen, sonst wäre ich aufgefahren.“
Die Parkplatzsuche sei eine Katastrophe, aber leider interessiere das niemanden, klagt LKW-Fahrer Hartmut Hobeck aus Aachen, den wir am Donnerstagabend auf dem Rastplatz Helmstedt-Süd antrafen. Dort parken bei hohem Verkehrsaufkommen Transporter mangels ausreichender Abstellplätze direkt an der Einfahrt zur Tankstelle, ergab unsere Recherche vor Ort. Teilweise stünden die Lastfahrzeuge in gefährlicher Nähe zum Verzögerungsstreifen, wurde uns erzählt.
Es ist dies ein Problem, das nicht auf unsere Region beschränkt ist: Ab 20 Uhr füllen sich bundesweit die LKW-Stellplätze bis zum letzten Winkel. Auch die Rastanlage Helmstedt-Süd wird dabei schnell zum Nadelöhr, denn sie bietet lediglich zehn gekennzeichnete Stellplätze für Lastwagen, ein Ausweichen auf PKW-Stellflächen und Behinderten-Parkplätze gehört dort zum Alltag.
„Wir kämpfen gegen Windmühlen“, erläutert Detlef Böntgen, Leiter des Streifendienstes der Autobahnpolizei, die Lage. Jede Nacht werden auf der A2 in Einfahrt- und Abfahrtbereichen LKW abgestellt, die Fahrer werden von den Beamten zur Weiterfahrt aufgefordert. Selbst wenn ihre Lenkzeit überschritten ist, gilt: Die Gefahrenabwehr geht vor. „Kaum fahren die Lastwagen weg, stehen die nächsten an dieser Stelle“, schildert Böntgen, „wir können das gar nicht verhindern.“ Teilweise würden von der Autobahnpolizei sogar Fahrzeuge toleriert, die auf nicht gekennzeichneten Plätzen abgestellt werden – solange sie nicht die Durchfahrt blockieren.
Böntgen hat Verständnis für die Situation der Brummi-Fahrer, die A2 sei ein „rollendes Güterlager“ geworden und LKW-Fahrer die „Knechte des 21. Jahrhunderts“.
