Viel Lob nach Leserforum zur Fusionsdebatte
Helmstedt Nach dem Leserforum zur Fusionsdebatte haben wir Zuhörer danach befragt, welche Wünsche sie für eine Fusion des Kreises Helmstedt mit Wolfsburg haben.
In der voll besetzten Aula warben am Montagabend vor allem Helmstedts Landrat Matthias Wunderling-Weilbier und Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs für eine gemeinsame Gebietskörperschaft unter dem Dach Wolfsburgs als vergrößerte, weiterhin kreisfreie Stadt.
Die Reaktionen darauf: Viola Vorbrod, Sprecherin des Arbeitskreises Lokale Agenda 21, ist sich über die Sinnhaftigkeit einer Fusion sicher: „Nachhaltige Dinge für den Landkreis zu entwickeln ist ohne eine Fusion kaum mehr denkbar. Was mir gefallen hat: Dass die Partner bislang auf Augenhöhe miteinander sprechen.“
Dass es nicht einfach werden wird, die beiden Gebietskörperschaften zusammenzuführen, wüssten alle. Aus Helmstedter Sicht wünscht sich die Landkreis-Angestellte eine „faire Chance auf Mitgestaltung“.
Ähnlich formuliert Andreas Fox, Studienleiter an der Kreisvolkshochschule, seinen Wunsch: „Es müssen auch Entscheidungsstrukturen hier in Helmstedt bleiben, die für eine gute, funktionierende Weiterbildung verantwortlich sind.“ Die Basis für eine beiden Seiten Vorteile bringende Zusammenarbeit sei gelegt, wenn sich der Prozess weiterhin wie bisher auf Augenhöhe vollziehe.
Gabriele Gogolin, Ratsfrau der UWG in Helmstedt, ist grundsätzlich für eine Fusion mit Wolfsburg, „weil ein Kultur- und Freizeit-Touristikpaket gemeinsam geschnürt und vermarktet werden könnte“. In ihrer Aufzählung nennt sie das Forschungszentrum Schöninger Speere, den Lappwaldsee, das Juleum (Universitätstage), den Kaiserdom sowie das Phaeno und die Autostadt.
Gogolin ergänzt: „Wolfsburg braucht uns und unsere Flächen für die Autoindustrie und die Energiewende. Wir benötigen hier standortnahe Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Aufschwung.“
Mark-Henry Spindler, Verwaltungsleiter und allgemeiner Vertreter der Samtgemeinde Heeseberg, hat die offene Aussprache im Juleum sehr gefallen. „Allein weitermachen geht wohl nicht“, zieht Spindler sein persönliches Fazit. Am meisten beeindruckt hat ihn die von Mohrs zugesagte Solidarität mit dem Kreis Helmstedt, dass das reiche Wolfsburg lieber seine Nachbarn unterstützen möchte als im Zuge des Kommunen-Finanzausgleichs die Gegenden im fernen Cuxhaven oder Oldenburg.
Als besonderen Wunsch führt Spindler an, die Bürger noch mehr mitzunehmen. „Gerade uns hier im Südkreis sollte man die Angst nehmen, dass mit der Fusion ein Stück Heimat verloren geht.“
Peter Mutzbauer, Leiter der Bergbauplanung bei Eon, meint zwar: „An einer Fusion geht wohl nichts vorbei, aber: es bleibt die Frage, was wird aus dem Landkreis Helmstedt? Wird er sein Mitspracherecht verlieren? Dazu hatte ich mir einige Antworten erhofft. Leider vergeblich.“
