Protest gegen geplante Schulschließung in Helmstedt
Helmstedt Aufgrund sinkender Schülerzahlen in Helmstedt droht der Grundschule Friedrichstraße die Schließung. Dagegen wehren sich Schüler und Eltern.
„Wir wollen unsere Schule retten, darauf könnt ihr alle wetten“, sangen die Schüler der Grundschule Friedrichstraße am Dienstagabend lautstark auf dem Helmstedter Marktplatz. Schüler, Eltern und Lehrer waren zahlreich erschienen, um gegen eine eventuelle Schließung dieser Grundschule zu demonstrieren. Die Stadtverwaltung hat der Politik einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der jetzt zur Diskussion steht.
„Nein zur Schließung“ und „Ja zur Grundschule Friedrichstraße“ hieß es auf den selbstgestalteten T-Shirts und Papierhüten der Kinder. Mit ihrem lautstarken Gesang erregten sie die Aufmerksamkeit auf dem Helmstedter Marktplatz. Die Vorsitzende des Schulelternrates, Claudia Ferdyn-Ahlswede, lobte in ihrer Ansprache das Ganztagesangebot, das an dieser Schule aufgebaut worden sei. „Es kostet viel mehr Geld ein solches Ganztagesangebot an einer anderen Schule aufzubauen“, widerlegte sie das Sparargument der Stadt. Mit rückläufigen Schülerzahlen habe man an der Friedrichstraße kein Problem. Im Gegenteil: Laut einer Prognose könnte diese Schule 2015 mit 150 Schülern die größte Grundschule in Helmstedt sein.
Ernst-Wilhelm Sinning, Lehrer an der Grundschule Friedrichstraße, gab zu Bedenken, dass die Hausaufgabenhilfe, die hier über Jahre aufgebaut worden sei, nicht ohne weiteres an einer anderen Schule angeboten werden könnte. Mit diesem Angebot sollen auch Kinder aus bildungsferneren Familien bessere Bildungschancen erhalten. Der Pädagoge betonte, dass es nicht nur darum gehe, Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen. Vielmehr würden Kinder auch die Fähigkeit entwickeln, damit klar zu kommen, dass sie in der Schule nicht so gut sind.
