Juleumsnacht lockte zum Feiern, Hören und Lernen
Helmstedt Genau 400 Jahre ist es her, dass eines der heutigen Wahrzeichen Helmstedts eröffnet wurde. Im Juleum wurde am Samstag lange gefeiert.
Ein Fest für alle sollte es nach dem Willen von Museumsleiterin Marita Sterly werden – eine lange Nacht wurde es. Im Juleum wurde am Samstag einiges für die Besucher geboten: Führungen, Vorträge, Musik, Lesungen und vieles mehr.
Einen weiten Blick über Helmstedt gab es vom geöffneten Juleumsturm, und Marita Sterly führte die Besucher durch das Museum. Alles noch vor dem offiziellen Teil. Wissenschaftlich blickte dann Doktor Simon Paulus auf die Entstehungszeit des Prachtbaus zurück und veranschaulichte das zu dieser Zeit herrschende harmonikale Weltbild, das der Architektur zunächst zugrunde lag: Er spielte auf einer Laute.
Als er die Namen der berühmten, in Helmstedt lehrenden Professoren nannte, wie Hermann Conring und Georg Calixt, sagte Landrat Matthias Wunderling-Weilbier: „Sie grüßen aus der Vergangenheit. Ihr Andenken zu bewahren ist Freude und Pflicht zugleich.“ Er betonte aber, dass mit dieser Verpflichtung auch hohe Verantwortung einhergehe.
Dass die Studenten in Helmstedt nicht nur ihren Lehren nachgingen, davon zeugt das eigens als Weinkeller und Trinkstube angelegte Untergeschoss. Was vielleicht in solch weinseliger Stunde passierte, davon zeugen Lieder, die Helmstedter Studenten geschrieben hatten. Nicht viele sind erhalten, aber einige arbeitete Siegfried Winkler auf. Zusammen mit Ehefrau Rosemarie und Tochter Carmen sowie Claudia Michaely trugen sie die mittelalterlichen Werke vor. Melancholisch, heiter, zum Tanzen, aber auch nicht ganz so zünftig ging es zu.
Ihre Musik spielten sie im mit 400 Kerzen stimmungsvoll erleuchteten Saal. Ein heikles Unterfangen und wohl so schnell nicht wiederkehrendes Ereignis, das von der Feuerwehr beaufsichtigt wurde.
Wer Losglück hatte, konnte sich zu den 20 Glücklichen zählen, die einen Blick auf den Dachboden werfen konnten. Die anderen Gäste hörten in dieser Zeit „Lieder zur Laute“ im Museums-Keller.
Für „unsere liebe Julia“ lasen Prominente. Die Texte von Landrat Wunderling-Weilbier, Helmstedts Bürgermeister Wittich Schobert, Autorin Karin Bottke, Ilse Köhler auf plattdeutsch und Antiquar Martin Wandersleb gaben einen stimmungsvollen und lebendigen Einblick in die Gründungszeit des Juleums.
Wer danach noch die Kraft hatte, konnte zu Bluesrock-Oldies feiern. Dafür, dass es wirklich eine lange Nacht wurde, sorgte nämlich Museumsleiterin Marita Sterly selbst, die neben ihren Bandkollegen Werner Lindner und Harald Sölter am Schlagzeug den Takt dafür vorgab.



