Im Elm gibt es für Wanderer zu viele Sackgassen
Helmstedt/Schöningen Gepflegte Wanderwege sollen die Attraktivität des Elms steigern. Doch komplizierte Eigentumsverhältnisse erschweren dort die Kooperation.
Eine kleine Gruppe von Förstern und Tourismusförderern traf sich am Watzumer Häuschen zur Erörterung eines gemeinsamen Ziels: Der idyllische Elm soll künftig mehr Besucher anlocken und auf beschilderten, gepflegten Wanderwegen zu einem Naturerlebnis einladen. „Hier passiert was“, beschrieb Thomas Kempernolte aus Schöningen die derzeitigen Bemühungen, „wir werden den Elm für Freizeitnutzer zugänglich machen“.
Eine Teilstrecke des fast 100 Kilometer langen Vier-Wälder-Rundwanderwegs, der die die Waldgebiete Elz, Elm, Dorm und Lappwald verbindet – eine der weit über 40 beschilderten Wanderstrecken im Elm - wurde kürzlich von dem Niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel hergerichtet.
Die Erstellung eines strukturierten Wegekonzeptes und die nachhaltige Pflege der bestehenden insgesamt über 500 Kilometer langen Strecken ist kompliziert, da etwa die Hälfte des Elms Genossenschaften und zahlreichen Privateigentümern gehört. „Viele von ihnen müssen erst überzeugt werden, dass Wege gebaut werden sollten“, sagte Henning Johns vom Niedersächsischen Forstamt Wolfenbüttel. Die Landkreise Helmstedt und Wolfenbüttel sind gemeinsam mit der Stadt Braunschweig gleichberechtigte öffentliche Träger des Elm-Naturparks, während das Niedersächsische Forstamt Wolfenbüttel mit der Erholungsnutzung des Waldgebietes betraut ist. Kempernolte hat erstmalig alle öffentlichen Beteiligten mit dem Ziel der engeren Kooperation an den Runden Tisch geholt, „im Elm gibt es noch zu viele Sackgassen“.
Die Gestaltung der Wanderwege ist schwieriger als man zunächst denkt. „Der echte Wanderer braucht Natur belassene Wege“, erläuterte Ulrich Scheithauer vom Landkreis Wolfenbüttel, Geschäftsstelle Naturpark Elm-Lappwald. Diese Trampelpfade werden allerdings nicht - wie etwa die befestigten Waldwege – von den Landesforsten gepflegt. Viele Menschen, vor allem ältere, bevorzugen meist die „Premiumwege“, feste Schotterwege, die wiederum nur in bestimmten Anteilen angelegt werden dürfen. „Eine professionelle Wegepflege kann nur sichergestellt werden, wenn alle Beteiligten eingebunden werden“, forderte Kempernolte, „das ist ein wichtiger Baustein für den Elm als Erholungsgebiet“. „Es ließe sich noch viel mehr machen“, stimmte Peter Rieckmann, Leiter des Niedersächsischen Forstamtes Wolfenbüttel zu, „der Wald muss für die Besucher erschlossen werden“.
