Die Kirchen immer verlässlich öffnen
Königslutter In einem zweistündigen Festakt wurde im Kaiserdom in Königslutter die Ausstellung „Kultraum – Kulturraum eröffnet.
Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, des Ressorts „Kirchliches Bauen und Kunst“ der Erzdiözese München-Freising, der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig und in Hannover sowie der Niedersächsischen Landesdenkmalpflege. Die behandelten Gebäude und Ausstattungen werden dort noch bis zum 18. November dieses Jahres gezeigt. Es werden bei freiem Eintritt Führungen, Vorträge und Exkursionen angeboten. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog (15 Euro). Die Ausstellung kann täglich von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden (Ausnahme: Gottesdienste, Andachten und Veranstaltungen).
Ausführlich behandelte dieses Thema Ordinariatsrat Dr. Norbert Jocher, Kunstreferent der Erzdiözese München und Freising, in seinem Vortrag und stellte die Frage: „Was ist wert gepflegt zu werden?“ Das sind Gebäude, Einrichtungen und auch das Umfeld, die ein allgemeines Interesse darstellen und erhalten bleiben sollen. Kirchen sind Erinnerung an die Vergangenheit, bilden aber auch Visionen für die Zukunft mit anderen als nur kirchlichen Nutzungen. „Hier werden auch noch Gottesdienste abgehalten“, ist schon mal andernorts von Gästeführern zu hören, wusste der Referent unter anderem zu berichten.
Es sei notwendig, Kirchen als Sakralraum zu pflegen und ihnen Respekt entgegen zu bringen. Sie sind Orte der Gemeinschaft, Zentrum geistigen Lebens, Stille und Hoffnung, gelebter Glaubensvermittlung und zur Verkündigung des Wort Gottes. Kirchen sollten gehütet, aber stets offen gehalten werden, damit in sinnlicher Wahrnehmung die Bewunderung der Kunst erfolgen kann. Sein Schlusswort: „Es verbietet sich, Kirchen aufzugeben.“
In seinem Grußwort plädierte Landesbischof Professor Dr. Friedrich Weber von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Braunschweig und SBK-Vizepräsident ebenfalls dafür, Kirchen verlässlich offen zu halten. „In Königslutter wird so verfahren und es sind Arbeiten zum Erhalt des Kulturgutes vorgenommen worden. Der Dom gehört zu dieser Stadt und es bündeln sich hier, wie vor Tagen die Domkonzerte, verschiedene Nutzungserweiterungen. Wesentlich sind die Gottesdienste. Kirchen zum Bild in Dörfern und Städten und sind Orientierungspunkte. Über 400 Kirchen gibt es in unserem Einzugsbereich und wir werden Mühe mit der Bauunterhaltung haben“, führte der Bischof unter anderem mit dem Hinweis aus, dass Kirchengebäude überall eine göttliche Dimension zum Schwingen bringen.
Für den musikalischen Rahmen sorgten Hans-Dieter Meyer-Moortgat an der Furtwängler & Hammer-Orgel (1892) und der Helmstedter Kammerchor unter der Leitung von Andreas Lamken.


