Brenntage im Stadtgebiet erhitzen die Gemüter
Helmstedt Die Kritik an den Brenntagen in Siedlungsgebieten wächst. Die Grünen im Helmstedter Rat zitieren ein Gerichtsurteil, um einen Stopp zu erreichen.
Die Grünen-Fraktion im Helmstedter Rat versucht mit einem Vorstoß, die Brenntage im Stadtgebiet abzuschaffen. Hoffnung, damit erfolgreich zu sein, gibt ihr ein Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover vom 30. August diesen Jahres.
Darin wertet das Gericht das Verbrennen pflanzlicher Abfälle an Brenntagen als Verstoß gegen Bundesrecht. Laut Vorschrift des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes seien Abfälle demnach so zu beseitigen, dass „das Wohl der Allgemeinheit nicht beeinträchtigt wird“.
Nach dem Brenntag am Sonnabend in Helmstedt erreichten uns mehrere Leserbriefe, deren Verfasser über Gestank und Qualm klagen: „So kann es nicht weitergehen, dass unbeteiligte Anwohner belästigt werden“, schreibt ein Helmstedter.
Karl-Heinz Schmidt vermutet, dass die meisten Helmstedter Bürger für die Abschaffung der Brenntage seien „Diese noch schweigende Mehrheit möchte ich mobilisieren und zur Gründung einer Bürgerinitiative anregen“, schreibt er im Leserbrief.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat die Verwaltung angeschrieben und sie gefragt, ob ihr das Urteil von Hannover bekannt sei und welche Konsequenzen sie gegebenenfalls zum Schutz der Helmstedter Bevölkerung ziehen werde.
Bürgermeister Wittich Schobert hat gestern auf unsere Anfrage angekündigt, dass sich die Stadtverwaltung das Urteil und dessen Begründung anschauen werde. „Wir müssen uns dann auch mit der Kommunalaufsicht abstimmen.“ Zeitlicher Druck herrsche nicht, weil: Der nächste Brenntag wäre erst wieder im Frühjahr.


